Tabaksteuer Teurer qualmen ab Dezember


Die Tabakindustrie will die nächste Stufe der Steuererhöhung voll an die Konsumenten weitergeben: So sollen Zigarettenschachteln um 30 Cent teurer werden und Automatenpackungen weniger enthalten.

Schlechte Nachrichten für Raucher: Zigaretten sollen zum Jahresende noch einmal deutlich teurer werden. Um 30 Cent sollen die Preise pro Schachtel steigen, wie die "Bild"-Zeitung“ unter Berufung auf Experten der Tabakindustrie berichtete. Grund sei die nächste Erhöhung der Tabaksteuer um weitere 1,2 Cent pro Zigarette. Die Hersteller British American Tobacco (BAT) und Reemtsma wollten das Ausmaß der Preiserhöhung am Dienstag nicht bestätigen.

Schon im März höhere Preise

Es sei jedoch ein ähnlicher Schritt wie bei der vorangegangenen Tabaksteuer-Erhöhung zum 1. März "wahrscheinlich", sagte BAT-Sprecher Rainer Stubenvoll. Damals waren die Preise im Schnitt um 40 Cent pro Packung gestiegen.

Es sei noch zu früh, "um eine Aussage zu treffen, wie sich die Preise verbindlich verändern werden", sagte Reemtsma-Sprecher Lars Großkurth. Vor dem Hintergrund der vergangenen Tabaksteuererhöhung zum 1. März werde man "abwarten, wie sich der Markt weiter entwickelt". Bereits bei der vergangenen Preiserhöhung habe man "flexibel reagiert" und einige Produkte um 20, andere um 40 Cent verteuert. Auch beim Zigarettenhersteller BAT ist nach den Worten von Sprecher Rainer Stubenvoll noch nicht "über den endgültigen Kleinverkaufspreis bei den einzelnen Marken" entschieden.

Mehr Geld und weniger Zigaretten

Dem Blatt zufolge würde beispielsweise eine Schachtel mit 19 Zigaretten der Marke "Malboro" am Kiosk dann 3,90 Euro statt derzeit 3,60 Euro kosten. Für die Automatenpackung wären vier Euro fällig - für lediglich 20 statt wie bisher 22 Glimmstängel.

Vor dem Hintergrund bereits vollzogener Steuererhöhungen klagt die Tabakindustrie schon jetzt über einen schrumpfendem Markt - und weitere Erhöhungen stehen zum 1. Dezember und 2005 an. Im vergangenen Jahr sei der Absatz um 6,3 Prozent zurückgegangen, betont Großkurth. Doch: "Die Leute rauchen nicht weniger", sie kauften lediglich weniger in Deutschland versteuerte Zigaretten. Viele wichen zudem von Markenprodukten auf günstigere Handelseigenproduktionen aus sowie auf legale und illegalen Exporte aus Osteuropa.

Auch Handelsprodukte mit Einbußen

Aber auch Handelszigaretten müssen nach den Worten des BAT-Sprechers mittlerweile Einbußen verkraften, allerdings geringere als bei den großen Marken. Nach Angaben Stubenvolls ging der Markt der versteuerten Fabrikzigaretten in den ersten drei Monaten 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent zurück, der von Industriemarken wie Malboro, West oder Lucky Strikes sogar um 7,2 Prozent.

Angesichts steigender Preise griffen offenbar immer mehr Leute zu Feinschnitt oder Sticks, wie Stubenvoll betonte, oder sie stiegen auf billigere Ware aus Osteuropa um. Insgesamt rechnet die Branche nach den Worten des BAT-Sprechers für das laufende Jahr mit Einbußen im Marktvolumen von zehn bis 15 Prozent.

AP AP DPA

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