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Verbraucher: Bei unverständlicher Gebrauchsanweisung reklamieren

Der Kunde hat ein Recht auf eine klare Anleitung. Gibt es diese nicht, sollte an technischen Geschenken nie auf eigene Faust herumgetüftelt werden.

Die Freude am Neuerwerbungen wird manchem Bundesbürgern schon bald nach dem Auspacken vergangenen sein. Ob DVD-Player, Camcorder oder Computer: Häufig fehlen Handbücher oder Bedienungsanleitungen ganz oder sie sind so schlecht, dass kein Mensch daraus schlau wird. "Sofort reklamieren, nie am Gerät rumdoktern", raten Verbraucherschützer.

Sofort beschweren

Statt wochenlang mit der Technik und den Ratschlägen von Bekannten zu kämpfen, sollten sich Betroffene lieber sofort beim Händler beschweren. Den Ärger mit Anleitungen in Fremdsprachen ohne deutsche Übersetzung, in unverständlichem Fachchinesisch oder sinnlosem Textkauderwelsch muss niemand klaglos hinnehmen, wie Jutta Brekenfeld von der Verbraucherzentrale Hessen betont.

Sofort beschweren

Denn das Gesetz steht in diesem Punkt ganz klar hinter dem Verbraucher. Fehlt eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung komplett, ist sie unverständlich oder gar fehlerhaft, hat der Käufer das Recht auf Reklamation. Der Verkäufer muss sich eine Pflichtverletzung vorwerfen lassen, die behoben werden muss.

Neue Frist setzen

Wer mit seiner technischen Neuerwerbung nicht zurecht kommt, sollte folgendes tun: Dem Verkäufer zunächst eine Frist setzen, in der eine wirklich brauchbare Gebrauchsanweisung nachgeliefert wird. Kann der Händler das nicht erfüllen, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten und sein Geld zurückverlangen, wie Expertin Brekenfeld betont. Ein Versuch wäre es auch wert, einen Preisnachlass herauszuhandeln. Zehn Prozent könnten drin sein.

Schadenersatz ist möglich

Auch Schadenersatz ist möglich. Ist ein Kunde gezwungen, ein teureres Gerät mit klarer Anleitung zu kaufen, weil er mit der wirren Version für ursprüngliche Gerät nicht klar kam, muss der Verkäufer die Differenz zahlen, wie die Experten des ZDF-Ratgebermagazins "WISO" erläutern.

Rumtüfteln kann teuer werden

Auf keinen Fall sollten Verbraucher auf die Idee kommen, auf eigene Faust an dem neuen Gerät herumzuprobieren, warnt Brekenfeld. Nicht einmal dann, wenn die Gebrauchsanweisung aus so wirren Sätzen zusammengesetzt ist wie "Das Schaubild wird Schwunden wenn die Batterie zum Ersetzen brauchst". Drauflostüfteln kann riskant werden, wenn dabei am neuen DVD-Rekorder etwas beschädigt wird oder die Digitalkamera womöglich kaputt geht. Nach "WISO"-Angaben kommen auf diese Weise allein in Deutschland Schäden von mehr als 500 Millionen Euro zusammen.

Beweislast liegt beim Kunden

Ging das Gerät beim Herumexperimentieren kaputt, muss der Kunde nämlich beweisen, dass der Schaden aufgrund einer ungenauen oder fehlerhaften Bedienungsanleitung passierte. Dann wäre es ein Garantiefall. "Im Einzelfall kann es da große Abgrenzungsprobleme geben", weiß Jutta Brekenfeld. Im Streitfall können in der Regel nur Zeugen weiterhelfen. Sonst bleibt der Kunde aller Wahrscheinlichkeit nach auf einem Teil der Kosten sitzen, weil er die Beschädigung mit verursacht hat.

Schon vor dem Kauf prüfen

Wer Ärger von vornherein vermeiden will, sollte schon beim Kauf von komplizierter Technik die Gebrauchsanleitung prüfen, so der Tipp Brekenfelds. Im übrigen gehe man mit Markenprodukten häufig auf Nummer sicher. Eine Garantie gibt es aber auch dafür nicht.