VERHANDLUNGSSACHE Steuerfreie Gehaltserhöhung ist möglich


Eine Gehaltserhöhung lässt sich über den so genannten Sachbezug steuerfrei gestalten. Zu diesen »Extras« gehören auch Zuschüsse für Fahrtkosten oder Kindertagesstätten.

Wer auf seinen Gehaltszettel achtet, wird auch rasch merken, dass eine Gehaltserhöhung nicht immer ungetrübte Freude hinterlässt. Dann nämlich, wenn Steuern und Sozialabgaben die Mehreinnahmen wieder schmelzen lassen. Manchmal bleibt nach der Gehaltserhöhung sogar wenig übrig als davor. Natürlich heisst das nicht, dass deshalb Forderungen zurückgeschraubt werden sollen. Im Gegenteil.

Gehaltserhöhung in Versicherung einzahlen

Der Arbeitgeber muss die Gehaltserhöhung nicht bar überweisen, sondern kann sie zu Gunsten seines Mitarbeiters in eine Renten-, Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung einzahlen. Um aber dem Vorwurf des steuerlichen Gestaltungsmissbrauchs zu begegenen, darf bei diesem Sparmodell die Jahresobergrenze von etwa 320 Euro nicht überschritten werden. Zu diesem Urteil kam das Finanzgerichtes Brandenburg in Cottbus (Az.: 4 K 1682/99). Es gibt aber auch andere Arbeitgeberleistungen, die komplett steuer- und sozialabgabenfrei sind. Das Verbrauchermagazin »Finanztest« hat in seiner aktuellen Ausgabe die wichtigsten aufgezählt.

Fahrtkostenzuschuss

Diese Zusatz-Zahlung ist ohne zeitliches Limit möglich, allerdings gilt sie nur für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Fahrscheine müssen dann als Beleg vorgewiesen werden. Einfacher ist es, wenn der Angestellte verbilligte oder kostenlose Fahrscheine direkt vom Arbeitgeber bekommt. Ob er diese dann privat nutzt oder überhaupt auf dem Weg zur Arbeit nutzt ist unerheblich.

Kindergartenzuschuss

Hier trübt ein kleiner Wermutstropfen das Glück über die Ersparnis: Beiträge des Arbeitgebers für Kindertagesstätten sind nur so lange abgabenfrei, wie die Kinder noch nicht schulpflichtig sind. Der Angestelltennachwuchs muss ausserhalb der Wohnung in Kindergärten, Kinderhorte, Krabbelstuben, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Ganztagespflegestellen oden Wochenmüttern untergebracht sein. Der spendable Chef darf nur die Betreuung und Unterbringung (einschließlich Verpflegung) bezahlen, aber keine ausbildungsrelevanten Dienstleistungen - wie Lesekurse, etc. Und natürlich müssen Belege für die Ausgaben vorgelegt werden.

Essensbons

Für Beschäftigte in kleinen Betrieben ohne eigener Kantine taucht immer zur Mittagszeit das gleiche Problem auf: Man will in der Mittagspause etwas essen, aber dauernde Restaurantbesuche gehen richtig ins Geld. Hilfreich sind da die so genannten Restaurantschecks, mit denen in bestimmten Lokalen oder Lebensmittelgeschäften gegessen oder eingekauft werden kann. Der Geldwert dieses Zuschusses darf 558 Euro im Jahr nicht überschreiten, damit er steuerfrei bleibt. Diese Schecks müssen außerdem explizit für Nahrungsmittel gelten, Kauf von Tabak oder Alkohol sind verboten. Es dürfen pro Arbeitnehmer nur 15 Schecks im Monat ausgegeben werden, ein Scheck darf maximal 5,61 Euro wert sein.

Computer & Co.

Stellt die Firma Geräte wie Computer, Drucker, Scanner, Telefon, Fax oder ähnliches außerhalb der Firma kostenlos zur Verfügung, müssen weder Chef noch Arbeitgeber Steuern und Abgaben zahlen. Pferdefuss: die geräte müssen auch weiter der Firma gehören, dürfen also nur Leihgaben sein. Dann aber dürfen sogar Kosten wie Anschluss, Grund- und Gesprächsgebühren, sowie Providerkosten komplett vom Arbeitgeber übernommen werden. Ob und in welchem Umfang diese Geräte dann auch privat genutzt werden, ist unerheblich.


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