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Möbelhaus in Köln Kein Mindestabstand, keine Masken: Foto von Ikea-Kunden sorgt bei Twitter-Nutzern für Entsetzen

Am Samstagnachmittag haben sich vor einem Ikea in Köln lange Schlangen gebildet. Ein Mann twitterte ein Foto der Situation. Nun will Ikea sein Sicherheitskonzept überdenken. 

Menschen haben sich in langen Schlangen vor einer Ikea-Filiale versammelt. Kaum jemand hält den Mindestabstand ein, kaum jemand trägt einen Mundschutz – und das alles ist erst zwei Tage her.

Der Bonner Severin Tatarczyk hat das Foto am  2. Mai vor der Ikea-Filiale in Köln-Godorf aufgenommen. Er habe beobachtet, dass mehrere hundert Menschen nicht den Mindestabstand eingehalten hätten, schreibt er in einem Blogbeitrag. Ein Ikea-Mitarbeiter hätte verkündet, man müsse in der Schlange mit Wartezeiten bis zu drei Stunden rechnen. Auf Twitter reagierten tausende Menschen entsetzt. 

"Tatsächlich hatten wir am vergangenen Samstag zeitweise längere Warteschlangen vor einigen unserer Einrichtungshäuser in NRW", sagte eine Ikea-Sprecherin dem stern. "Dies liegt daran, dass wir strenge Zugangsbeschränkungen haben und umsetzen. Selbstverständlich gilt die Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern nicht nur im Einrichtungshaus, sondern auch schon in der Warteschlange. Entsprechend machen wir unsere Besucher mit optischen Markierungen, aber auch mit der gezielten Ansprache durch unser Personal regelmäßig darauf aufmerksam."

Da das aber offensichtlich noch nicht reicht, will das schwedische Möbelhaus sein Sicherheitskonzept nun überprüfen. "Derzeit analysieren wir, wie sich die Situation bei den wartenden Besuchern vor den einzelnen Einrichtungshäusern in NRW dargestellt hat und prüfen, welche weiteren Anpassungen gegebenenfalls notwendig sind", sagte die Sprecherin. Als ersten Schritt wolle man nun verstärkt Personal dafür einsetzen, die vor dem Eingang wartenden Besucher noch gezielter auf die Einhaltung des Mindestabstands hinzuweisen. 

Kunden werden gebeten, Ikea "zurückhaltend zu nutzen"

"Grundsätzlich bitten wir unsere Kunden weiterhin, die Einrichtungshäuser insbesondere in der Zeit nach der Eröffnung zurückhaltend zu nutzen und alleine oder mit maximal einer Begleitperson zu kommen. Als Alternative zum Besuch im Einrichtungshaus ist auch der Online-Einkauf bei uns selbstverständlich weiterhin möglich." Obwohl die Möbel geliefert werden können, scheinen viele Kunden weiterhin lieber selbst zu fahren. 

Der Rückstau bei einem Ikea in Düsseldorf-Reisholz war am Wochenende so groß, dass er zeitweise bis auf die Autobahn A46 reichte. Nordrhein-Westfalen hatte vor knapp zwei Wochen als einziges Bundesland in Deutschland eine vollständige Öffnung von Möbelhäusern erlaubt. Der Verband der deutschen Möbelindustrie drängt auf weitere Lockerungen in weiteren Bundesländern nach dem Vorbild von NRW.

Quellen: "Das Blogmagazin"

ame / mit DPA

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