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Service: Beratung: Wie und Wo Sie Hilfe finden

Vorsorgen ist sinnvoll - eine Mitgliedschaft bei Mieterbund oder Hausverein kann im Problemfall nützlich sein. Rechtsstreitigkeiten vor Gericht lohnen sich nur sehr selten.

Schritt 1: Vorsorge

Selbst wenn Sie bislang noch keinen Stress hatten: Als Mieter lohnt es sich, Mitglied beim Mieterbund (01805-835835 für 12 Cent die Minute oder www.mieterbund.de) zu sein; als Vermieter im Verband Haus & Grund Deutschland (030-20 21 60 oder www.haus-und-grund.net). Für einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 40 bis 80 Euro bieten die lokalen Mietervereine in jedem Fall kostenlose Rechtsberatung, manchmal sogar eine spezielle Miet-Rechtschutzversicherung. Bei Haus & Grund liegt der Jahresbeitrag bei rund 100 Euro, dafür erhalten Sie ebenfalls kostenlose Rechtsberatung und Prozesshilfe.

Schritt 2: Information

Ist der Krach mit dem Nachbarn, Mieter oder Vermieter einmal da, hilft Ihnen oft schon ein guter Ratgeber weiter. Dort finden Sie eine Einschätzung, wann sich das Kämpfen lohnt - und wann nicht. Besonders empfehlenswert: Dietmar Wall, "Mietrecht", GU Ratgeber Recht, 2002, 128 Seiten, 12,90 Euro. Außerdem: Gerald Drews, "Meine Rechte als Mieter", Heyne, 2002, 285 Seiten, 7,95 Euro; Bernhard Bögel, "Praxis Lexikon Mietrecht", Droemer Knaur, 2001, 398 Seiten, 7,90 Euro und Detlef Stollenwerk, "Nachbarrecht", Nomos, 2001, 259 Seiten, 8,50 Euro. Zusätzlich helfen die Büchlein "Mietnebenkosten" und "Miete mindern" bei konkreten Fragen in diesen Bereichen (jeweils GU Kompass, 2002, 96 Seiten, 6,50 Euro). Auch die Internetseiten www.immopilot.de und www.mietrecht.de informieren über Kaution, Vertrag und Ähnliches. Für kurze, aber dringende Fragen hat der Mieterbund eine eigene Hotline (0900-120 00 12) eingerichtet - auch für Nicht-Mitglieder. Die kostet zwar zwei Euro pro Minute, ist jedoch täglich von 10 bis 20 Uhr zu erreichen.

Schritt 3: Schlichtung

Besonders beim Streit mit dem Nachbarn lohnt sich der Gang vors Gericht in der Regel nicht: Selbst wenn Sie dort Recht bekommen - die schlechte Stimmung bleibt. Vor jeder Klage steht die Schlichtung. Zum Beispiel mit Hilfe einer Schiedsperson, die Ihnen von Ihrer Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung vermittelt wird. Die bemüht sich, mit beiden Parteien einen schriftlichen Kompromiss zu erarbeiten, der rechtlich sogar wirksam ist. Alternativ gibt es seit einigen Jahren Nachbarschafts-Mediation, wo ebenfalls Regeln für das Miteinander entwickelt werden. In manchen Städten arbeiten solche Mediatoren direkt mit den städtischen Behörden zusammen. Informieren Sie sich ansonsten beim Bundesverband Mediation: 0561-739 64 13 oder www.bmev.de. Die Schlichtungsverfahren der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (0221-28 55 20 oder www.dis-arb.de) lohnen sich wegen des hohen Festpreises von 250 Euro nur bei sehr großem Streitwert.

Schritt 4: Rechtsstreit

Lässt sich ein Streit nicht gütig beilegen, brauchen Sie juristische Unterstützung. Als Mitglied bei Mieterbund oder Haus & Grund bekommen Sie zwar kostenlosen Rechtsbeistand, jedoch bei einer Niederlage keine Übernahme der Prozesskosten. Wenn Sie weder dort Mitglied sind, noch eine Rechtschutzversicherung und außerdem ein geringes Einkommen haben, können Sie vom Staat ganze oder teilweise Prozesskostenhilfe beantragen. Fragen Sie Ihren Anwalt. Auf der Suche nach dem richtigen Anwalt helfen neben den lokalen Anwaltsvereinen der Anwalt-Suchservice (0180-525 45 55 für 12 Cent p.M. oder www.anwaltsuchservice.de) und die Deutsche Anwaltsauskunft (0180-518 18 05 für 12 Cent p. M. oder www.anwalt-auskunft.de)

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