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Ganz schön dreist: Mieter sollen Vermieter auf Facebook liken - oder sie fliegen raus

Ein Vermieter aus Salt Lake City hat Mieter unter Druck gesetzt: Entweder sie liken die Seite des Vermieters bei Facebook innerhalb von fünf Tagen - oder sie fliegen raus. Jetzt kassiert er einen Shitstorm für die Aktion - und rudert zurück.

Vermieter aus Salt Lake City: Facebook-Like oder Wohnungskündigung

Der Vermieter der City Park Apartments hat sich wegen Pflicht-Facebook-Likes einen Shitstorm eingehandelt. 

Die City Apartments in Salt Lake City geizen nicht mit der Ausstattung: Ein Außen-Pool, ein Fitness-Center, Fußball-Platz und Waschmaschinen stehen den Mietern zur Verfügung. Eigentlich eine moderne Wohnoase - wäre der Vermieter nur ein anderer.

Denn die Mieter der Wohnungen staunten nicht schlecht, als sie eines Morgens an ihren Haustüren einen Aushang entdeckten. Die Message: Der Vermieter forderte alle Bewohner auf, ihn bei Facebook zu liken.

Und zwar binnen fünf Tagen. Außerdem sollten die Mieter versprechen, niemals ein schlechtes Wort über den Vermieter im Internet zu verbreiten. Doch damit nicht genug. Der Vermieter war darüber hinaus der Ansicht, dass er Fotos von Mietern und deren Besuchern machen dürfe, um damit bei Facebook Werbung für das Unternehmen zu machen. Sollten die Mieter all dem nicht zustimmen, würden sie - laut Meinung des Vermieters - Vertragsbruch begehen und müssten mit den Konsequenzen leben: dem Rauswurf aus der Wohnung.

Shitstorm gegen den Vermieter

Die Mieter wollten das nicht hinnehmen. Sie informierten einen lokalen TV-Sender und machten sich auf der Facebookseite des Vermieters ordentlich Luft. Es sei eine "Verletzung der Privatsphäre" schreibt dort ein User. "Ich will nicht gezwungen werden, etwas zu mögen und dann noch damit bedroht werden", meckert ein anderer Mieter. Der Bericht des Senders KSL-TV sorgt dann für einen ausgewachsenen Shitstorm. Inzwischen ist die Seite nicht mehr online, allerdings gibt es noch eine Screenshot-Version der Seite im Netz.

Zoff mit dem Vermieter: So verhalten Sie sich im Streitfall richtig

Experten kritisierten in der Sendung von KSL-TV, dass gerade ältere Menschen gar keinen Zugang zum Internet oder gar zu Facebook hätten. Daher sei diese Forderung diskriminierend. 

Vermieter rudert zurück

Inzwischen ist der Vermieter zurückgerudert und hat auch den Zusatz zum Mietvertrag zurückgenommen. Das Wohnungsunternehmen entschuldigte sich für die Aufregung. Eigentlich sei es nur um Fotos gegangen, die bei einem gemeinsamen Pool-Fest entstanden seien und die der Vermieter nun gerne auf der Facebook-Seite posten wolle. 

kg