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Steigende Getreidepreise Inflation: Nach steigenden Energiepreisen könnten Brötchen bald mehr als 1 Euro kosten

Die Inflation könnte die Brötchen-Preise deutlich anziehen (Symbolfoto)
Die Inflation könnte die Brötchen-Preise deutlich anziehen (Symbolfoto)
© Martin Wagner / Imago Images
Die Energiepreise sind auf ein extremes Hoch angestiegen. Und die Inflation weitet sich zunehmend aus. Bald könnten Brötchen mehr als einen Euro kosten. Das hängt von mehreren Faktoren ab.

Die Getreidepreise waren im August so teuer, wie seit über acht Jahren nicht mehr. Sie nahmen laut dem Statistischen Bundesamt um 34,4 Prozent zu. Damit könnten Brötchen bald sogar mehr als einen Euro kosten, warnt die Branche. 

Allerdings sind die massiv steigenden Getreidepreise keineswegs alleine verantwortlich für einen möglichen Preisanstieg von Brot und Brötchen. Laut dem Deutschen Bauernverband ist der genaue Grund nicht so einfach zu ermitteln. "Um den Brötchenpreis um nur einen Cent anzuheben, müsste sich der Getreidepreis verdoppeln", heißt es.

Inflation: Getreidepreise von mehreren Faktoren abhängig

Kosten für Energie und Arbeit beeinflussen den Preis hingegen deutlicher. Außerdem wirkte sich das Wetter erheblich auf die Getreideernte in Deutschland aus. Der häufige Regen im Sommer in weiten Teilen des Landes führe zu sinkenden Mengen, hieß es in einer Prognose des Bundeslandwirtschaftsministeriums im August.

So würden die deutschen Bauern insgesamt 42,1 Millionen Tonnen Ernte einfahren - ein Rückgang um 2,7 Prozent im Vergleich zu 2020. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 sind das sogar 4,8 Prozent weniger. Außerdem sei die Qualität der Ernte nur mittelmäßig. In traditionell wichtigen Erzeugerländern wie den USA, Russland und Ukraine ist die Situation nicht anders. 

Steigende Getreidepreise: Inflation: Nach steigenden Energiepreisen könnten Brötchen bald mehr als 1 Euro kosten

Massiver Preisanstieg bei vielen Produkten

Aus Sicht der Erzeuger von Brotweizen läuft es aktuell jedoch nicht schlecht. Sie erhalten nach einem Marktbericht der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz im Durchschnitt gut 230 Euro je Tonne und damit ungefähr fünf Euro mehr als in der vergangenen Woche. Vor einem Jahr lagen die Preise noch bei 150 bis 185 Euro.

Die Sorge vor einer steigenden Inflation und schließlich vor zunehmenden Preisen für Brötchen und Brot ist daher groß. Besonders pflanzliche Erzeugnisse waren mit einem Plus von 23,4 Prozent deutlich teurer - vor allem wegen höherer Preise für Getreide und Raps. Insgesamt erlebten die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im August 2021 einen Preisanstieg um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vormonat ist dies eine Zunahme um 1,2 Prozent. Am härtesten trifft die Inflation bislang aber die Energiepreise. Heizöl kostete im September 76,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Sprit 28,4 Prozent mehr.

Quellen: WeltPressemitteilung Statistisches Bundesamt


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