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Arbeitsklima: Gespaltene Stimmung in deutschen Büros

Während die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer das Betriebsklima ihres Unternehmens als gut oder sogar sehr gut einstuft, bezeichnet fast jeder Dritte das innerbetriebliche Klima als katastrophal.

Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist gespalten: Fast jeder dritte Arbeitnehmer plant, das Unternehmen zu verlassen, sobald sich eine neue Jobmöglichkeit bietet. Aber auch in Italien herrscht nicht eitel Sonnenschein. Mehr als die Hälfte der Italiener geben der Unternehmensstimmung schlechte Noten. Einen baldigen Jobwechsel planen hier jedoch nur 22 Prozent.

Deutlich besser ist die Atmosphäre bei den europäischen Kollegen - allen voran Norwegen: Mehr als die Hälfte der norwegischen Befragten ist mit der Stimmung durchaus zufrieden und 23 Prozent geben der Betriebsatmosphäre sogar eine Eins. Bestnoten für ein gutes Unternehmensklima vergeben auch 21 Prozent der niederländischen Arbeitnehmer. Aber auch rund zwei Drittel der Schweden, Belgier und Dänen zeigen sich insgesamt mit der innerbetrieblichen Atmosphäre durchaus zufrieden.

"Unternehmen sind vor allem dann erfolgreich, wenn die Mitarbeiter mit Engagement bei der Sache sind, wenn sie mehr tun als nur Vorschriften und Anweisungen zu folgen. Und ob sie dazu bereit sind, hängt stark von der innerbetrieblichen Stimmung ab", kommentiert Ralf Baumann, Vorstand der StepStone Deutschland AG.

Wachsendes Arbeitspensum und mehr Druck im Job

Seit der Personalabbau die verbliebenen Mitarbieter zwingt, den Job ihrer geschassten Kollegen mitzumachen, steigt der Stress in deutschen Unternehmen. Fast 60 Prozent der jungen Berufstätigen klagen, dass ihr Arbeitspensum und der Leistungsdruck im Job in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage des Wirtschaftsmagazins "karriere" unter 290 Teilnehmern.

Was hat sich in Ihrem Job in den vergangenen zwölf Monaten verändert?Der Leistungsdruck hat derart zugenommen, dass ich am Rande des Nervenzusammenbruchs stehe.27 Prozent
Ich habe viel mehr Arbeit, die ich nur durch Überstunden schaffe.23 Prozent
Erstaunlicherweise arbeite ich weniger als vorher.22 Prozent
Bei mir hat sich nichts verändert.19 Prozent
Mein Chef brummt mir immer mehr Aufgaben auf, aber ich darf keine Überstunden machen.9 Prozent

Knapp ein Drittel der Befragten geben an, von ihrem Chef im Vergleich zum Vorjahr viel mehr Aufgaben auf den Schreibtisch zu bekommen - 23 Prozent können die Mehrarbeit nur durch Überstunden bewältigen. Jeder Vierte fühlt sich am Arbeitsplatz sogar so sehr unter Druck gesetzt, dass er das Gefühl hat, am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu stehen. Verbessert hat sich die Situation nur für 22 Prozent: Sie geben an, momentan weniger arbeiten zu müssen als noch vor einem Jahr. Und für 19 Prozent der Befragten hat sich das Arbeitspensum nicht verändert.

Deutsche wollen schnellen Jobwechsel

Laut einer Umfrage des Online-Stellenmarktes Monster wollen fast zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer möglichst schnell ihren Job wechseln. In Deutschland antworteten 14.076 Personen auf die Frage "Planen Sie, in diesem Jahr Ihren Job zu wechseln?". Die Mehrheit der Teilnehmer wählte die Antwort "Definitiv, je eher desto besser". Ein weiteres Viertel gab an, über einen Jobwechsel nachzudenken. Nur fünf Prozent verneinten die Frage mit dem Grund, mit ihrem Job zufrieden zu seien, und zehn Prozent, da sie keinen Anlass für einen Wechsel sähen.

Der europäische Durchschnitt gleicht den Ergebnissen in Deutschland. Knapp 60 Prozent der Umfrageteilnehmer möchten schnellstmöglich einen anderen Job. Ein Drittel spielt mit dem Gedanken an einen Jobwechsel. Nur sehr wenige Europäer verneinen die Frage.

"Planen Sie, in diesem Jahr Ihren Job zu wechseln?"GesamtDeutschland
Definitiv, je eher desto besser.59,8 Prozent59,5 Prozent
Ich denke darüber nach.28,3 Prozent25,4 Prozent
Nein, ich fühle mich in meinem Job wohl.4,9 Prozent5,3 Prozent
Ich sehe keinen Grund für einen Wechsel.7 Prozent9,8 Prozent

Die Unzufriedenheit mit dem Job lässt alle kulturellen Unterschiede hinter sich. Die in dreizehn europäischen Ländern durchgeführte Umfrage lässt erkennen, dass sich unsere Nachbarn ähnlich fühlen. Am Unzufriedensten sind die Spanier. Hier gaben über 72 Prozent an, so schnell wie möglich den Job wechseln zu wollen. Weitere 20 Prozent denken darüber nach.

In Irland ist der Wunsch nach einem schnellen Jobwechsel weniger akut. Nur 44 Prozent der Teilnehmer antwortete "Definitiv, je eher desto besser". Dagegen sieht ein knappes Drittel keinen Anlass für einen Jobwechsel.

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