ARBEITSMARKT Trübe Aussichten für Jobsuchende


Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen im November um rund 50.000. Arbeitsmarkt-Experten erwarten zudem, dass die Winterarbeitslosigkeit über die 4,3 Millionen-Marke steigen wird.

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt trübt sich weiter ein. Nach Berechnungen von Experten stieg die Zahl der Arbeitslosen im November im Vergleich zum Vormonat um rund 50.000. Dies wären rund 3,77 Millionen Menschen ohne Arbeit - und damit rund 130.000 mehr Jobsucher als im November des Vorjahres.

Die offiziellen Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg am 5. Dezember bekannt geben.

Nach Berichten der »Bild«-Zeitung und der Zeitung »Die Welt« ist die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im November im Monatsvergleich dagegen um rund 45.000 gestiegen. Verglichen mit dem November 2000 habe die Zahl der Jobsucher um 125.000 zugenommen, berichteten die Blätter unter Berufung auf Berechnungen der Nürnberger Bundesanstalt.

Die von dpa befragten Vertreter führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute, Banken-Analysten und Verbände sehen auch nach Abzug jahreszeitlicher Sondereffekte einen wachsenden Trend bei der Arbeitslosigkeit. Die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl ist nach ihren Berechnungen im November um rund 25.000 bis 30.000 gestiegen. Die Fachleute machen dafür hauptsächlich konjunkturelle Gründe verantwortlich.

Erstmals seit dem Winter 1998/99 wird nach der Prognose der Arbeitsmarkt-Experten die Winterarbeitslosigkeit wieder über die 4,3 Millionen-Marke steigen. »Unsere normalen Prognosen gehen ohnehin schon von einem Wert knapp unter 4,3 Millionen aus. Wenn der Januar oder der Februar besonders kalt wird, wird diese Schwelle sicherlich überschritten«, hieß es bei einem süddeutschen Wirtschaftsforschungs-Institut.

Auch der Commerzbank-Analyst Christoph Hausen rechnet damit, dass spätestens zum Januar die Schwelle von 4,3 Millionen Arbeitslosen überschritten wird. »Die im Oktober eingesetzte Entwicklung erfährt nun noch eine gewisse Beschleunigung«, fügte Hauser hinzu. Zunächst hätten viele Firmen noch ihre Probleme mit Überstunden aufgefangen, dann zögerten sie mit Neueinstellungen und nun komme auch verstärkt das Thema Personalabbau auf den Tisch.

dpa


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker