Ausbildung Lehrstellen-Alarm in Deutschland


Die schlechte Wirtschaftslage sorgt für weniger Lehrstellenangebote. Zum ersten Mal seit 1998/99 liegt die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber über dem Bestand an unbesetzten Ausbildungsplätzen.

Die schlechte Wirtschaftslage sorgt für weniger Lehrstellenangebote. Zum ersten Mal seit dem Ausbildungsjahrgang 1998/99 liege die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber über dem Bestand an unbesetzten Ausbildungsplätzen, berichtet die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf eine neue Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Gleichzeitig ist die Zahl der enttäuschten Lehrstellensucher in diesem Jahr wieder gestiegen, nachdem sie in den Jahren zuvor deutlich gesunken war.

Dramatische Lage im Osten

Besonders dramatisch entwickelt sich die Lage dem Bericht zufolge im Osten Deutschlands. Nach den Zahlen des Bundesinstituts kommen in den neuen Bundesländern rechnerisch auf jede offen Ausbildungsstelle zwei Bewerber. Im Westen gibt es derzeit rund 475.000 Lehrstellen und 506.000 Bewerber.

Günstigste Aussichten in den Metallberufen

Am günstigsten sind die Aussichten auf eine Lehrstelle im Westen in den Metallberufen sowie in den Bereichen Ernährung und Verkehr. Dort liegt jeweils die Zahl der offenen Stellen über jener der Bewerber. In den neuen Bundesländern ist die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in allen Branchen größer als das Angebot.

Lehrstellensucher im Osten sind mobiler

Dabei ist die Mobilität der ostdeutschen Lehrstellenbewerber vergleichsweise groß: Während im Westen nur knapp 13 Prozent der Lehrlinge bereit waren, außerhalb ihres Wohnortes eine Lehrstelle anzutreten, lag diese Quote im Osten bei 19 Prozent. Generell habe die Beweglichkeit der Lehrstellenbewerber in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, heißt es in der Untersuchung weiter.

<Opposition gibt Bundesregierung Schuld für Misere

Die bildungs- und forschungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katharina Reiche, hielt der Bundesregierung vor, sie trage die Schuld an der Lehrstellenmisere. Sie fordert die Regierung auf, die Wirtschaft von zusätzlichen finanziellen und bürokratischen Lasten zu befreien und die Ausbildungsordnungen zu modernisieren.


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