Benimm Etikette will gelernt sein


Junge Leute sind besser als ihr Ruf - zumindest in Benimmfragen. Vor allem unter Akademikern sind geltende Benimmregeln bestens bekannt.

Zum Vorstellungsgespräch ohne Aufforderung in den Raum platzen, in der falschen Reihenfolge die Unternehmensvertreter begrüßen oder auf den falschen Stuhl setzen - so etwas trifft man heute nur noch in Einzelfällen an.

Im ständigen Wettbewerb um einen Arbeitsplatz haben junge Akademiker erkannt, dass gute Manieren dazu geeignet sind, sich von den - fachlich ebenfalls gut ausgebildeten - Mitbewerbern abzuheben. Die Bewerber sind sich vielmehr darüber bewusst, dass Vorgesetzte stilsicheres Etikette-Verhalten von Bewerbern verlangen. Wenn es dann im Anschluss darum geht, die Karriereleiter zu erklimmen, haben bekanntermaßen wieder diejenigen Köpfe die besten Chancen, die in der Lage sind, mit ihren Kunden Smalltalk zu betreiben und sich beim Essen nicht unterm Tisch verstecken müssen.

Großer Nachholbedarf bei Begrüßungsritualen und Smalltalk

Gute Manieren beweisen Akademiker vor allem in Kleidungsfragen, Essensritualen und im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln. So stellt die zeitnahe und ordentliche Beantwortung einer E-Mail die wenigsten Jungakademiker vor Probleme. Hier besteht eher Nachholbedarf bei der älteren Generation, die sich gerade im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln schwer tut - obwohl deren Beherrschung im heutigen Berufsalltag meist unumgänglich ist.

Der größte Nachholbedarf in Benimmfragen besteht für Jungakademiker bei Begrüßungsritualen und Smalltalk. Hier kommt es nach Auskunft der Knigge-Expertin Carolin Metzger von der Stuttgarter CoachAcademy häufig zum großen Durcheinander. "Die Regel, dass der Ranghöhere vor dem Rangniederen begrüßt werden muss beziehungsweise deren Umsetzung in die Praxis, sorgt oft für Verwirrung. Das mag bei der Begrüßung eines Ehepaars noch einfach zu durchschauen sein - schwierig wird es meist im Unternehmen, wenn es gilt den Chef, seine Sekretärin und die Praktikantin in der richtigen Reihenfolge zu begrüßen." Dass hier für den erfolgreichen Berufsstart Nachholbedarf besteht, haben Akademiker erkannt und sind bereit, an den bestehenden Schwächen zu arbeiten.

Etikette wird nicht als "veraltet" oder "überflüssig" abgetan

Carolin Metzger weiß aus ihren Seminarerfahrungen heraus zu berichten: "Akademiker sind gewillt, sich nach den herrschenden Kniggeregeln zu verhalten. Etikette wird nicht als 'veraltet' oder 'überflüssig' abgetan - ganz im Gegenteil." und ergänzt: "Wie wichtig die akademischen Berufseinsteiger dieses Thema inzwischen nehmen, zeigt auch die Tatsache, dass auf der Website coachacademy.de ein entsprechendes PDF-Booklet mit Benimm-Tipps innerhalb von vier Wochen über 3.000 mal herunter geladen wurde. Das eBooklet 'Knigge - Die Kunst des Benehmens' ist damit der mit Abstand am häufigsten geladene Download auf dieser Website."

CoachAcademy ist ein Projekt des Stuttgarter Bildungsträgers Perspektive GmbH, der seit 1996 junge Menschen berät, trainiert und coacht. Auf den Internetseiten stehen mehr als 800 redaktionelle Beiträge zu den Themen Beruf, Karriere und Unternehmen zur Verfügung - und jeden Monat kommen weitere hinzu. Jährlich nehmen mehr als 2.000 junge Frauen und Männer die Gelegenheit wahr und trainieren für ihren beruflichen Erfolg.


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