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Corona-Krise: Supermarkt-Angestellte wird von Panikkäufern bepöbelt - und bricht in Tränen aus

Die Angst davor, ihre Familien nicht mehr mit Essen versorgen zu können, führt bei manchen Kunden zu Wut, die sie an Unschuldigen auslassen: den Supermarkt-Angestellten. Das Bild einer weinenden Mitarbeiterin erschütterte viele Social-Media-Nutzer.

Mit der Angst vor den Auswirkungen des Coronavirus gehen die Menschen auf der ganzen Welt unterschiedlich um. Während manche sich einen Stundenplan für ihre Zeit im Homeoffice machen, um auch in der Isolation einem strukturierten Arbeitstag nachgehen zu können, versuchen andere, irgendwie ihre Kinder zu beschäftigen – und noch nebenbei zu arbeiten. Dann wiederum gibt es jene, die in Panik verfallen, die sich zum Beispiel in Einkaufswagen voller Hamsterkäufe zeigt, und diejenigen, die mit den Panikkäufern konfrontiert werden: Supermarktangestellte zum Beispiel.

Die Angst vor leeren Lebensmittelregalen hat in einer Woolworth-Filiale in Australien dafür gesorgt, dass sich massiv schlechte Stimmung verbreitete. Eine Leidtragende dieser Situation war eine Mitarbeiterin, die den Druck nicht mehr aushielt. Da viele Supermarkt-Angestellte ohnehin zurzeit vor lauter Regale-Auffüllen und Überstunden kaum noch wissen, wo ihnen der Kopf steht, waren die Pöbeleien der Kunden für diese Frau zu viel: Sie brach mitten im Laden in Tränen aus. Ein Foto der verzweifelten Situation wurde bei Facebook veröffentlicht und vielfach geteilt: Man sieht, dass eine Kundin die arme Frau – bei allen Abstandsgeboten wegen des Coronavirus – voller Mitgefühl versucht zu trösten.

Get a grip Australia - this Woolworth's employee has made the news in the UK under the headline - "not proud to be an...

Gepostet von Helen Matheson am Mittwoch, 25. März 2020

Australierin erfährt von dem Verhalten ihrer Landsleute aus der britischen Presse – und schämt sich

Helen Matheson las in der britischen "Daily Mail" von den übergriffigen Kunden, die der Supermarkt-Angestellten derart zugesetzt hatten, dass sie anfing zu weinen. Die junge Frau hatte die Aufgabe, die Abgabe an Lebensmitteln auf haushaltsübliche Mengen zu kontrollieren, so wie es in Deutschland auch üblich ist. Doch die Kunden zeigten kein Verständnis und ließen ihre Wut darüber ihr aus – dabei hatte sie nur ihren Job gemacht. Matheson war empört darüber, teilte den Beitrag und mahnte ihre Landsleute zu einem besseren Verhalten. "Nimm dich zusammen, Australien!", schrieb sie. "Diese armen Angestellten brechen in Tränen aus, weil die Menschen sie so schlecht behandeln, sie für etwas beschuldigen und bepöbeln, was sie nicht zu verantworten haben."

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Die "Daily Mail" berichtet von einer weiteren Frau, die schildert, wie sie nur aufgrund eines Kittels zum Opfer der wütenden Kunden geworden ist: "Ich ging in meiner Kmart-Uniform zu Woolworth und wurde angeschrien, weil es dort kein Toilettenpapier gab. Obwohl ich dort noch nicht mal arbeite!", erzählte die Frau.

Polizei und Security müssen immer wieder regulierend eingreifen. Doch auch in Australien gibt es natürlich Menschen, die erkennen, was die Supermarkt-Angestellten derzeit zu leisten haben. Hunderte bedanken sich und nennen sie ihre "Alltagshelden", berichtet die "Daily Mail".

Quellen: Facebook, "Daily Mail"

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