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Diskriminierung: Millionen-Trost für Wal-Mart-Angestellte

Wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz bekommt eine frühere Wal-Mart-Angestellte nun zwei Millionen Dollar - immerhin rund 1,46 Millionen Euro. Sie hatte nur die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen gefordert - und war gefeuert worden.

Der amerikanische Kaufhauskonzern Wal-Mart muss einer ehemaligen Mitarbeiterin wegen Diskriminierung zwei Millionen Dollar (1,46 Millionen Euro) zahlen. Die Geschworenen im Obergericht Berkshire in Pittsfield/Massachusetts urteilten am Mittwoch, dass Wal-Mart die Klägerin nur aus dem Grund gefeuert hatte, weil sie die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen verlangte. Cynthia Haddad, die Betroffene im Diskriminierungsprozess, arbeitete bis zu ihrer Entlassung von 1993 bis 2004 als Apothekerin bei Wal-Mart. Haddad lebt im Städtchen Pittsfield in West-Massachusetts, etwa 130 Meilen westlich von Boston.

Größter Arbeitsrechts-Prozess der US-Geschichte

Der weltgrößte Einzelhändler war wegen seiner Gehaltspolitik schon öfter Gegenstand von Klagen, derzeit steht Wal-Mart außerdem wegen sexueller Diskriminierung vor dem größten Prozess der US-Geschichte. In diesem durch eine Sammelklage ausgelösten, separaten Verfahren, behaupten die Kläger, dass der Handelsriese aus Bentonville, Arkensas, Frauen bei Bezahlung und Beförderung klar benachteiligte.

Laut Haddads Klage war sie nur deshalb gefeuert worden, weil sie vorübergehend eine Management-Position inne hatte - und dann von Wal-Mart das entsprechende Gehalt und Bonuszahlungen für den Zeitraum gefordert hatte. Sie gab außerdem an, dass sie abgemahnt worden war, nachdem sie das Fehlen von Medikamenten angezeigt hatte. Wal-Mart-Führungskräfte hätten ihr gesagt, dass sie entlassen wurde, weil sie es nicht geschafft hatte, die Apotheke "sicher zu machen".

Wal-Mart prüft Berufung

"Wir respektieren die Entscheidung der Geschworenen, aber wir glauben, dass sie nicht die Tatsachen in diesem Fall reflektieren - also prüfen wir das Urteil und haben eine Berufung noch nicht ausgeschlossen," erklärte Wal-Mart-Sprecher John Simley am Donnerstag. Wal-Mart-Anwälte hatten in dem Prozess erklärt, Haddad sei wegen verschiedener Verfehlungen, darunter Sicherheitsvergehen, entlassen worden. Die Anwälte Haddads hatten gekontert, die männlichen Kollegen hätten wesentlich schwerere Verstöße begangen, die ungeahndet geblieben seien.

spi/AP / AP