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Folgen der Jahrhundertkatastrophe Japans Wirtschaft erleidet kapitalen Einbruch


Die Industrieproduktion in Japan ist nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in beispielloser Weise eingebrochen. Allein die Autoindustrie musste einen Produktionsrückgang von 57 Prozent hinnehmen. Allerdings: Am Firmament zeichnet sich bereits ein Hoffnungsschimmer ab.

Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März haben die japanische Wirtschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie das Wirtschaftsministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte, verzeichnete die Industrieproduktion im März einen Einbruch um 15,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das sei der schwerste Rückgang seit Einführung des Indikators im Jahr 1953. Besonders empfindlich sei die Automobilindustrie getroffen worden.

Schuld seien die Naturkatastrophen, durch die viele Unternehmen gelitten hätten und die Wirtschaftsleistung erheblich gestört worden sei. Ab sofort rechnet das Ministerium wieder mit einer Erholung. Die Experten sagten einen Anstieg der Produktion um 3,9 Prozent voraus, für Mai seien 2,7 Prozent zu erwarten. Das Beben und der Tsunami vom 11. März hatten immense Schäden in Japan angerichtet, die Behörden schätzen den Gesamtschaden auf umgerechnet 210 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Agentur Kyodo musste allein die Autoindustrie einen Produktionsrückgang um gut 57 Prozent hinnehmen. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März zerstörten viele Produktionsstätten und unterbrachen Zulieferketten. Die Arbeitslosenquote blieb im März unverändert bei 4,6 Prozent.

Aufräumarbeiten stützen die Konjunktur

Entsprechend musste die japanische Notenbank ihren kurzfristigen Konjunkturausblick deutlich senken. Mittelfristig zeigt sich die Bank of Japan wegen der konjunkturstützenden Aufräumarbeiten jedoch zuversichtlicher. Das geht aus dem halbjährlichen Konjunkturbericht der Notenbank vom Donnerstag hervor.

Für das laufende Steuerjahr 2011 senkte die Notenbank ihre Konjunkturprognose von zuletzt 1,6 Prozent auf 0,6 Prozent. Für 2012 wurde die Prognose indes von 2,0 Prozent auf 2,9 Prozent erhöht. Als Begründung wurden die immensen Anstrengungen zum Wiederaufbau der japanischen Wirtschaft genannt, die der Konjunktur einen Schub verleihen dürften.

be/DPA/AFP DPA

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