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ifo-Studie: Sparen durch Nichteinstellung

Kündigungen werden seltener, doch es bleibt beim Personalabbau in der deutschen Wirtschaft: Freie Stellen werden laut einer Studie des ifo Institut für Wirtschaftsforschung einfach nicht neu besetzt.

Die Personalkosten senken - das gilt bei deutschen Managern weiterhin als Schlüsselstrategie in der Konjunkturschwäche, so das ifo Institut für Wirtschaftsforschung nach einer Befragung von 1100 Managern aus allen Branchen. Die meisten Unternehmen ziehen jedoch mittlerweile einen indirekten Weg zum Arbeitsplatzabbau vor, indem frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Die betriebsbedingte Kündigung kommt hingegen weniger häufig zum Einsatz als noch in früheren Phasen wirtschaftlicher Stagnation.

Der gordische Knoten ist durchschlagen

Zwar sei ein Großteil der Betriebe grundsätzlich bereit, seine Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich die Kosten auf andere Weise, etwa durch längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, senken ließen, ergab die Befragung. Diese Lösung werde zugleich von den meisten Unternehmen als die beste Möglichkeit zur Kostensenkung favorisiert.

Dass solche Schritte möglich seien, bewiesen die Einigungen bei Siemens und DaimlerChrysler, erklärten die Konjunkturforscher. "Den gordischen Knoten durchschlagen zu haben, verschafft diesen beiden Modellen grundlegende Bedeutung: Sie haben Signalfunktion für die gesamte deutsche Wirtschaft." Die Manager beklagen allerdings, das tarifbestimmungen eine Senkung der Personalkosten bei gleichzeitigem Erhalt der Arbeitsplätze oft erschweren.

Wenig Sicherheit für Geringqualifizierte und Auszubildende

Gegen die Kündigung hoch qualifizierter Mitarbeiter sprachen sich fast zwei Drittel der befragten Unternehmen aus Handel, Dienstleistungs- und Baubranche aus. Lediglich Industriebetriebe sahen darin eine geeignete Maßnahme.

Niedrig qualifizierte Beschäftigte müssen dagegen auch in künftigen Flautephasen um ihre Jobs fürchten. Die Kündigungsbereitschaft ihnen gegenüber ist laut ifo-Studie in allen Branchen und Firmengrößen unverändert hoch. 81 Prozent der befragten Unternehmen befürworteten dies. Auch von der Nichtbesetzung frei werdender Stellen seien gering qualifizierte deutlich stärker betroffen als besser ausgebildete Mitarbeiter.

Wie es in der Umfrage weiter heißt, sind in einem erneuten Konjunkturabschwung auch die Ausbildungsplätze in Gefahr. Fast 40 Prozent der Unternehmen bezeichneten den Abbau von Lehrstellen als geeignete Maßnahme, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

DPA, AP / AP / DPA