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"Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif": Videoüberwachung an Bahnhöfen würde Milliarden kosten

Nach dem versuchten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof wurde mehr Videoüberwachung an Bahnhöfen gefordert. Doch diese würde den Bund laut einem Zeitungsbericht mehrere Milliarden Euro kosten.

Die Ausstattung aller deutschen Bahnhöfe mit Überwachungskameras würde den Bund einem Bericht zufolge mehrere Milliarden Euro kosten. Allein für das komplette Anbringen von Kameras an den 325 am meisten genutzten deutschen Bahnhöfen müsse mit 241 Millionen Euro gerechnet werden, berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf einen Bericht der Bundespolizei. Hinzu kämen zusätzliche Personalkosten. Die Instandhaltung wird in dem Bericht mit 1000 Euro pro Videokamera beziffert.

Auf dem Bonner Hauptbahnhof hatte am Montag vergangener Woche ein Unbekannter womöglich aus der radikalislamischen Szene eine Sporttasche mit einem Sprengsatz abgestellt. Die Bombe wurde von Experten mit einem Wassergewehr zerstört. Videoaufnahmen eines Tatverdächtigen erhielten die Ermittler nur durch die Überwachungskamera in einem Fast-Food-Restaurant im Bahnhof.

Bahn-Chef Rüdiger Grube zeigte sich offen für eine stärkere Videoüberwachung. Er sagte der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch, wenn die Politik mehr Überwachung und mehr Aufzeichnungen wolle, könne sie das über die Bundespolizei veranlassen. "Über die Umsetzung sprechen wir dann natürlich gemeinsam", sagte er. Auch Grube verwies indes auf höhere Kosten: "Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Schon das Installieren der Kameras kostet Geld - ganz abgesehen von den Personalkosten für die Experten in den Überwachungszentralen", sagte er. Die Zusammenarbeit der Bahn mit der Bundespolizei bezeichnete der Bahnchef als "hervorragend".

kave/AFP / AFP