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Jobsuche: Schlechte Noten für Bewerbungen

Unternehmen sind zusehends unzufrieden mit eingehenden Bewerbungen - egal ob von Berufseinsteigern, Fach- und Führungskräften oder Topmanagern.

Mehr als jede dritte Bewerbung bewerten Personalverantwortliche in Unternehmen mit unbefriedigend, egal ob vom Berufseinsteiger, einer Fach- und Führungskraft bis zur Abteilungsleiterebene oder vom Topmanager. Weitere 40 Prozent sind allenfalls akzeptabel. Nur jeder fünfte Kandidat erhält die Note "sehr gut".

"Viele Menschen sind sich nicht klar darüber, dass sie mit ihrer Bewerbung eine wichtige Weiche für ihre Zukunft stellen. Denn jeder neue Arbeitsplatz ist ein neuer Lebensabschnitt", sagt Eberhard von Rundstedt, Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensberatung.

Auf die persönlichen Stärken kommt es an

Häufig sind sich Menschen nicht ihrer Stärken bewusst. „Wir haben in Deutschland eine Kultur, in der der Umgang mit Stärken nicht gelernt wird“, sagt der Outplacement-Berater weiter. Und gerade hier könnte sich jeder durch gezielte Fragen seine eigenen Stärken klar machen: Was kann ich gut? Worin bin ich erfolgreich? Was macht mir Spaß? Egal ob Gabelstaplerfahrer, Krankenschwester, Verkaufsleiter oder Geschäftsführer - jeder kann sich diese Fragen beantworten und sich somit glaubwürdiger und authentischer im Bewerbungsprozess verkaufen. Um seine Stärken zu überprüfen, sollte man sich nicht nur auf die eigene Einschätzung verlassen, sondern auch andere vertraute Kollegen befragen.

Neben dem Wissen um die eigenen Stärken ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg der Bewerbung: "Schon das Begleitschreiben sollte auf die Herausforderungen, die das Unternehmen mit der Stelle bietet, eingehen und begründen, warum der Bewerber gerade hierfür der richtige Kandidat ist", empfiehlt Eberhard von Rundstedt.

Die vier häufigsten Fehler auf einen Blick

Berufseinsteiger
Anschreiben passt nicht auf Jobprofil 54,5 %
Rechtsschreibfehler 37,5 %
Nicht aussagekräftiger Lebenslauf 33 %
Anschreiben zu übertrieben29,5 % 
Fach- und FührungskräfteFehlende Tätigkeitsbeschreibung53,4 %
Anschreiben passt nicht auf Jobprofil39,8 %
Nicht aussagekräftiger Lebenslauf 34,1 %
Zu viele Unterlagen in der Mappe33 %
TopmanagerFehlende Tätigkeitsbeschreibung50 %
Anschreiben übertrieben44,3 %
Anschreiben zu abstrakt42 %
Zu viele Unterlagen in der Mappe38,6 %

Bewerber sollten sich gut über das Unternehmen informieren

Egal ob beim Berufseinsteiger, der Fach- oder Führungskraft - häufig geht es im Unternehmen um die Lösung von Problemen, wenn eine neue Stelle zu besetzen ist. Der Bewerber sollte sich in seiner Funktion immer als "Problemlöser" verstehen und dies auch in seiner Bewerbung deutlich machen. Statt ein oberflächliches Schreiben zu versenden, sollte sich der Kandidat vorher klar darüber werden, warum er sich gerade auf diese bestimmte Stelle bewirbt.

Wie wichtig eine genaue Recherche über das Unternehmen ist, zeigt die Umfrage ebenfalls: Unternehmen zählt die Kenntnis über den Arbeitgeber zu den drei wichtigsten Erwartungen an die Bewerber. Neben einer Internetrecherche empfiehlt der Berater, sich auch über die jeweilige Fachabteilung zu informieren, der man zugeordnet wird.

Unternehmen legen Wert auf Glaubwürdigkeit im Vorstellungsgespräch

Noch wichtiger als das Wissen über den Arbeitgeber sind Glaubwürdigkeit und Authentizität der Bewerber. Sie stehen für die Personalverantwortlichen an oberster Stelle, und dies unabhängig davon, ob es um die Bewerbung eines Berufseinsteigers oder Topmanagers geht.

Authentizität bedeutet, dass man im Vorstellungsgespräch eben nicht Auswendiggelerntes "herunterbetet", sondern sich seiner Stärken und Erfolge bewusst ist und diese ehrlich und offen im Gespräch vertritt. "Personalfachleute erkennen schnell durch gezielte Fragen, wenn jemand Dinge behauptet, die nicht überzeugend wirken", sagt von Rundstedt.

Sagt zum Beispiel ein Bewerber, er sei ein guter Verkäufer, muss er mit der Frage rechnen: "Was war Ihr letzter Verkaufserfolg? Beschreiben Sie bitte, wie Ihr persönlicher Beitrag dazu ausgesehen hat? Wie lässt sich dieser quantifizieren?"

Auch sollte man zu seinen Grenzen stehen, aber gleichzeitig offen für eine Weiterentwicklung sein. Zum Beispiel, wenn in der Anzeige bereits Englischkenntnisse vorausgesetzt werden, diese aber nicht ausreichend vorhanden sind. Statt auf die Frage nach Englischkenntnissen zu antworten: "Sprachen sind meine große Schwäche", soll man lieber einen Englischkurs belegen und im Gespräch sagen: "Mein Englisch ist ausbaufähig, ich arbeite daran und mache gerade einen Kurs." Gleiches gilt für fehlende PC-Kenntnisse.

Das Bauchgefühl entscheidet erheblich mit

Was bisher eine Vermutung war, hat sich durch die Umfrage deutlich bestätigt: 46 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Einstellungsentscheidung zwischen 30 und 50 Prozent vom Bauchgefühl abhängt, 23 Prozent sagen sogar, mehr als 50 Prozent. "Ein positives Bauchgefühl entsteht durch Anerkennung und Wertschätzung des Anderen, des Unternehmens und seiner Mitarbeiter" sagt von Rundstedt.

Denn nur wer sich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet hat und über das Unternehmen ausgezeichnet informiert ist, zeigt die notwendige Wertschätzung des Gegenübers - die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung.

Oberflächliche Behauptungen des Bewerbers wie "Bei Ihnen wird der Verkauf doch sicher so oder so gemacht..." zeigen Desinteresse und sind echte Killer im Vorstellungsgespräch. Dagegen bringen sich einleitende Sätze wie "Ich habe den Eindruck, dass..." oder "Mir erscheint es so, dass..." oder "Könnte es sein, dass..." eine freundliche Wertschätzung zum Ausdruck. Ganz negativ sind auch Fragen zu Gehalt und Urlaubsanspruch im ersten Gespräch.

Wo das Auge des Personalers zuerst hinschaut

Wichtig ist, sich auf sein Gegenüber gut einzustellen. Ebenso wichtig in diesem Zusammenhang: eine gute Vorbereitung. So sollte man sich Informationen darüber beschaffen, wer die Personen sind, mit denen man zusammenarbeitet und die über die Einstellung entscheiden. Je mehr man aber über sie weiß, desto besser kann man sich auf sein Gegenüber einstellen.

Auch wenn sich Personalverantwortliche für die Bewerbung wenig Zeit nehmen, bei den Berufseinsteigern sind es maximal nur fünf Minuten, schauen sie zuerst auf den Lebenslauf. Danach kommen die Tätigkeitsbeschreibung momentaner Arbeitgeber, das Anschreiben und die Arbeitszeugnisse.

Referenzen von Topmanagern

Während bei den Topmanagern Referenzen und konkrete Geschäftsideen eine wichtige Rolle spielen, kommt es bei Berufseinsteigern auf die Neugierde an, die sie im Vorstellungsgespräch zeigen und das Vermeiden von Rechtschreibfehlern in den Bewerbungsunterlagen.

Die Unternehmensberatung von Rundstedt und Partner befragte Geschäftsführer, Personalleiter und Personalreferenten bei 1000 Unternehmen aller Größen und Branchen.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.