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Management Trainees: Was Chefs von Pferden lernen

Die Weiterbildung von Führungskräften ist ein großer Geschäftszweig mit vielen kreativen Methoden. Kaum ein Seminar kann allerdings so gut Körpersprache lehren wie ein Pferd.

Von Susanne Wächter

Wer führen will, muss lernen. Mittlerweile gibt es ein überschäumendes Angebot auf dem Markt der Weiterbildung. Die Anbieter haben besonders Manager im Visier. Ob mehr oder weniger fantasievolle Rollenspiele, turbulente Kletteraktionen in Hochseilgärten oder Überlebenstrainings in der Wildnis, wer lange genug im Geschäft ist, hat schon Vieles mitgemacht. Jetzt gibt es etwas Neues: Persönlichkeitstrainings mit Pferden.

Neue Verhaltensmuster für mehr Erfolg

Rhethorik und Körpersprache kann man überall lernen. Aber nirgendwo spürt man so unmittelbar die Wirkung. "Pferde reagieren ausschließlich auf unsere Körpersprache. Ist diese nicht eindeutig, folgt es uns nicht", sagt die Diplomsportlerin und Trainerin, Karen Jetter aus Köln. Auf Gut Langenacker im Kölner Süden erarbeitet sie mit Führungskräften und Pferden neue Verhaltensmuster. Die Teilnehmer lernen in den Seminaren, wie sie auf andere wirken.

Hier trägt niemand einen Anzug, ein Kostüm oder eleganten Zweiteiler. Robuste Schuhe, ein dicker Pullover und Jeans sind bei der Arbeit mit den Tieren die bessere Alternative.

Beschnuppern für Anfänger

Steffi und Rosi stehen dicht zusammen als Bruno versucht, sich zu nähern. Die aber denken gar nicht daran, den älteren Herrn dazwischen zu lassen und drehen ihm ihr Hinterteil zu. Jetzt nähert sich Gabi den Tieren. Die leitende Angestellte, die ihren vollständigen Namen nicht so gern lesen möchte, geht langsam. Ihre Schritte sind verhalten. Als die Drei sie anschauen, bleibt sie unvermittelt stehen. "Geh ruhig weiter", macht ihr Trainerin Karen Jetter Mut. "Du sollst dich jetzt nur mit Rosi bekannt machen, mehr nicht."

Gabi atmet schwer. Die Pferde schnauben laut und laufen immer wieder in der Halle umher. Zaghaft streckt Gabi ihren rechten Arm aus. Rosi kommt und schnuppert, reckt ihren Hals, wendet sich aber nach einer Weile wieder ab. In der Pferdewelt ist es eben so wie im wirklichen Leben. Wer Interesse wecken will, der muss etwas dafür tun.

Pferde kann man nicht täuschen

"Pferde haben aufgrund ihrer Natur als Fluchttiere nur die Möglichkeit, uns Menschen anhand unserer Körpersprache zu verstehen", erklärt die Seminarleiterin. "Es sind sehr sensible Tiere, die uns ein unmittelbares Feedback geben, deshalb eigenen sie sich für solche Trainings sehr gut." Karen Jetter hat an der Kölner Sporthochschule ihr Diplom gemacht. Viele Jahre ist sie im Pferdesport schon zu Hause. Weiterbildungen im Managertraining machen sie zu einer Expertin mit Menschen- und Pferdesachverstand. Seit ungefähr sechs Monaten bietet sie selber Seminare für Führungskräfte an.

Wer mitmacht, muss keine Ahnung von Pferden haben. Die Tiere sind nicht angriffslustig und leben so natürlich es geht im Herdenverband auf der Weide. Eine Gefahr geht von ihnen nicht aus.

Knisterfolie als Vertrauensbeweis

Die Aufgaben erscheinen simpel. Jetzt soll Kai Schlegtendal den Wallach Bruno mit einem Strick über eine blaue Plastikfolie führen. "Nichts einfacher als das", denkt sich der Geschäftsführer einer Eventagentur und beginnt Bruno zu ziehen. Der hellbraune Wallach bewegt sich keinen Zentimeter. Kai Schlegtendal redet auf das Tier ein, schaut den Haflinger fordernd an. Nichts. Bruno steht wie angewachsen.

Nun soll Gabi Rosi über die knisternde blaue Folie führen. Gabi fordert die Stute mit einer kleinen Handbewegung auf zu gehen. Rosi läuft. Kurz vor der Folie bleibt sie stehen und schnuppert. Geduldig geht Gabi mit ihr zurück, zieht immer enger werdende Kreise um die Folie bis Rosi nicht mehr anders kann, als diese zusammen mit Gabi zu überqueren. Ein Wunder? Wohl kaum. Gabi habe Gespür für das Verhalten des Tieres bewiesen und Rücksicht darauf genommen, erklärt Karen Jetter, die am Rand steht und die Szene filmt.

Der Lerneffekt kommt sofort

Das gesamte Seminar wird dokumentiert und dient der späteren Analyse. "Die Videoanalyse ist ein wichtiges Instrument. So sehen die Teilnehmer später, wie sie in den Situationen reagiert haben.

Nach dem Seminar geht niemand mit einer To-do-Liste nach Hause und am nächsten Tag ins Büro. Schon während des Seminars erleben die Teilnehmer, wie sie auf andere wirken und wie sie mit bestimmten Führungssituationen umgehen. Sie erfahren in der eigentlichen Übung, was sie gegebenenfalls besser machen können.

Pferde-Coaching boomt

Gabi hat sich zu dem Seminar entschlossen, weil sie das Gefühl hat, sie müsse sich einen anderen Führungsstil zulegen. "Ich arbeite ausschließlich mit Männern zusammen. Hinzu kommt, dass sie alle älter sind als ich, ich aber ihre Chefin bin. Ich habe das Gefühl, die nehmen mich nicht ernst", gibt sie zu. Auch Kai Schlegtendal möchte an diesem Tag erfahren, wie er auf andere wirkt und warum seine Mitarbeiter möglicherweise nicht immer so reagieren wie er es sich wünscht.

Coachings mit Pferden sind angesagt wie nie. Unternehmen bauen ihre anfänglichen Vorbehalte ab, weil sie erkannt haben, dass die Arbeit mit Pferden Positives bei den Mitarbeitern bewirkt. "Wir Menschen sind für die Pferde ein offenes Buch. Stimmt unsere Haltung nicht, können wir noch so sehr auf das Tier einreden, es wird uns nicht folgen. Pferde sind unbestechliche Lehrer", erklärt Karen Jetter. Die Tiere halten uns einen Spiegel vor. Schauspielern gilt nicht. "Irgendwann kommt eine Situation, die nicht einstudiert ist, und die Tiere entlarven uns sofort", weiß Jetter.

Wenn nichts mehr geht, muss man selbst vorangehen

In den Übungen gilt es, das Pferd über Hindernisse wie eine Plane zu führen, es geschickt durch einen Parcour zu lenken oder einfach zum Folgen ohne Strick aufzufordern. Klingt simpel, ist es aber nicht. Wie die Teilnehmer die Aufgabe lösen, bleibt ihnen überlassen. "Es gibt ganz pfiffige Lösungsansätze", weiß Karen Jetter zu berichten, "ich hatte mal einen Teilnehmer, dessen Stute auf keinen Fall über die Plane gehen wollte. Er setzte sich darauf, er faltete sie zusammen, er tat alles, um es dem Pferd zu erleichtern. Er bewies damit, dass er nicht starr auf seine Verhaltensmuster beharrt, sondern offen ist."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.