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Neuer Trend: Kürzere Kündigungsfristen für Manager

Die Forderung nach mehr Flexibilität bei Vergütungs- und Vertragskonditionen zeigt auch auf der Managementebene Wirkung.

Hatten GmbH-Geschäftsführer mit einem unbefristeten Vertrag in der Vergangenheit meist eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten zum Jahresende, so werden aktuell wesentlich häufiger Kündigungsfristen von sechs oder neun Monaten vereinbart. Ähnliche Tendenzen sind bei den familiengeführten Aktiengesellschaften zu beobachten. Anstelle der üblichen fünf Jahre werden Vorstandsmitglieder häufig nur für drei Jahre bestellt. Der Fünf-Jahres-Vertrag erfolgt dann erst in der zweiten Vertragsperiode.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Vergütungsstudie 2004 der Managementberatung Kienbaum. Die Verkürzung der Kündigungsfristen ist vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation, die ein zunehmendes Maß an Flexibilisierung verlangt, zu sehen.

Weiterer Schwerpunkt: variable Vergütung

Weiterer Schwerpunkt bei den Vertragsverhandlungen ist die variable Vergütung. Rund 90 Prozent der Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder erhalten eine erfolgsabhängige Vergütungskomponente, die sich vorrangig an der Ertragslage des Unternehmens orientiert. Im Durchschnitt umfasst die Erfolgsbeteiligung 26 Prozent der Gesamtbezüge. Dabei ist die Spanne außerordentlich groß. So schwankt der variable Anteil an den Gesamtbezügen zwischen zehn und 75 Prozent.

Und 80 Prozent der Manager erhalten eine betriebliche Altersversorgung. Für Arbeitnehmer ist sie die mit Abstand wichtigste Zusatzleistung. Bei der Gestaltung des Verhandlungspakets ist die Pensionszusage für Top-Manager ein wichtiger Punkt.

Managergehälter: Kleine Unternehmen zahlen wieder mehr

Durchschnittlich verdient ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer kleinen GmbH (bis fünf Millionen Euro Umsatz pro Jahr) ein Grundgehalt von 119.000 Euro jährlich - Fremdgeschäftsführer erreichen 99.000 Euro. Die Spannbreite der Manager-Gehälter in kleinen GmbHs ist außerordentlich groß: Sie reicht von unter 40.000 Euro bis über 400.000 Euro jährlich. Dies sind Ergebnisse der Vergütungsstudie Geschäftsführer der kleinen GmbH 2004, ebenfalls vorgelegt von der Managementberatung Kienbaum. "Stärkster Bestimmungsfaktor für die Gehaltshöhe ist die Unternehmensgröße, wohingegen die Branchenzugehörigkeit nur einen geringen Einfluss hat", begründet Christian Näser, Projektleiter der Studie bei Kienbaum, die großen Gehaltsspannen. "Die Führung größerer Unternehmen ist komplexer, stellt höhere Anforderungen an die Fähigkeiten und das Engagement der Geschäftsführer und ist mit mehr Personalverantwortung verbunden."

An dieser Studie beteiligten sich 402 Unternehmen, die 553 Geschäftsführerpositionen gemeldet haben. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt bei einer Unternehmensgröße von zwei bis fünf Millionen Euro Umsatz. Etwa ein Drittel aller Geschäftsführer verdient weniger als 95.000 Euro, gut ein weiteres Drittel erreicht jährliche Bezüge zwischen 95.000 und 150.000 Euro, die übrigen Geschäftsführer liegen darüber. "Von Mai 2003 bis Mai 2004 sind die Grundgehälter der Geschäftsführer insgesamt um 4,1 Prozent gestiegen. Dies ist im Vergleich zur Gehaltssteigerungsrate im Vorjahr, die bei lediglich 2,8 Prozent lag, ein deutlicher Anstieg. Hauptursache hierfür dürfte eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte Ertragslage der an dieser Untersuchung beteiligten Unternehmen sein", so Christian Näser.

Leistung zahlt sich aus

Variable Vergütungsbestandteile sind auch in kleineren Unternehmen von wachsender Bedeutung: 77 Prozent der kleinen GmbHs zahlen ihren Geschäftsführern einen variablen Gehaltsteil. "Die Verknüpfung von Unternehmenserfolg und Vergütung stärkt die unternehmerische Verantwortung der Geschäftsführer und fördert die Identifikation der Geschäftsführer mit dem Unternehmen und ihrer Aufgabenstellung. Darüber hinaus stellt sie einen verlässlichen Motivator für besondere Leistungen dar", so Christian Näser.

Für Geschäftsführer zählt der Dienstwagen, den sie auch unbegrenzt privat nutzen können, zur Normalausstattung. Und 95 Prozent aller Geschäftsführer kommen in den Genuss dieser Zusatzleistung.

Auch in der Geschäftsführung wird Berufserfahrung honoriert

Der "typische" Geschäftsführer ist 51 Jahre alt, trat mit 35 Jahren in sein heutiges Unternehmen ein und wurde mit 39 Jahren zum Geschäftsführer bestellt. Zwischen Alter und Vergütung besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Auch in der Geschäftsführung wird Berufserfahrung honoriert. So verdienen Geschäftsführer bis 35 Jahre im Durchschnitt 106.000 Euro und Geschäftsführer über 65 Jahre erzielen Gesamtbezüge in Höhe von 152.000 Euro.

Die Kienbaum-Untersuchung wurde bereits zum zwölften Mal durchgeführt. Neben einer Differenzierung nach Gesellschafter- und Fremdgeschäftsführern, sind die Gehaltsangaben unter anderem nach Unternehmensgröße, Ausbildung, Alter sowie variablen und festen Bezügen dargestellt. Ferner werden die marktüblichen nicht-monetären Zusatzleistungen ausgewiesen (zum Beispiel Verbreitung von betrieblicher Altersversorgung und Dienstwagen). Detailliertere Angaben zu Gehältern, deren Einflussfaktoren sowie der Ausgestaltung der Vergütung einschließlich der betrieblichen Zusatzleistungen enthält der vollständige Ergebnisbericht.

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