HOME

Öffentlicher Dienst: Tarifverhandlungen gehen in die dritte Runde

Die Tarifverhandlungen für die rund 2 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gehen heute in Potsdam in die dritte Runde.

Die Tarifverhandlungen für die rund 2 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gehen heute (Mittwoch) in Potsdam in die dritte Runde. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten Verbesserungen im Gesamtvolumen von fünf Prozent. Die Arbeitgeber halten das angesichts der leeren öffentlichen Kassen für zu viel. Sie legen heute möglicherweise erstmals ein Angebot vor. In den ersten beiden Tarifrunde waren die Gespräche nicht weitergekommen. Daraufhin riefen die Gewerkschaften zu Warnstreiks im ganzen Bundesgebiet auf.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte die Gewerkschaft Verdi auf, sich an der Tarifpolitik der IG Metall zu orientieren und ihre Forderungen deutlich herunterzuschrauben. Die IG Metall geht erstmals seit vielen Jahren ohne eine konkrete Lohnforderung für die rund 700 000 Beschäftigten der Branche in die Tarifrunde. Sie stellt stattdessen die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Verdi sollte sich ruhig einmal die IG Metall zum Vorbild nehmen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Berliner Zeitung". "Im Gegensatz zu Verdi hat die IG Metall den Ernst der Lage erkennt und die Beschäftigungssicherung an erste Stelle gesetzt. Hohe Lohnabschlüsse passen nicht in die Konjunkturlandschaft."

Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Warnstreiks der Gewerkschaft. Bei den bisherigen Verhandlungen habe man "Arbeitgeber erlebt, die hinhalten, die versuchen auszusitzen", sagte er am Dienstagabend im Bayerischen Rundfunk. Man müsse den Eindruck gewinnen, "dass sie sich gedanklich schon in Richtung Schlichtung verabschiedet haben, bevor die Verhandlungen überhaupt richtig begonnen haben". Dies gehe nicht. "Deswegen haben wir versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen." Jetzt müsse ein Kompromiss gesucht werden, "bei dem sich beide Seiten bewegen müssen, und auf den arbeiten wir zu".

Sollte die Tarifparteien am Verhandlungstisch nicht weiterkommen, können die Gespräche für gescheitert erklärt werden. Dann wird ein Ergebnis im Schlichtungsverfahren gesucht.

DPA / DPA