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Ratgeber: So viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu

Wie viel Geld erhalten Sie voraussichtlich von der Agentur für Arbeit, wenn Sie arbeitslos werden? Worauf müssen Sie achten? Hier helfen wir Ihnen, Ihre Ansprüche zu ermitteln - und zeigen Ihnen, wo Sie den Leistungsrechner der Agentur für Arbeit im Internet finden.

Die Arbeitslosigkeit trifft einen oft unerwartet. Selten ist man optimal auf die Zeit nach dem Job vorbereitet. Was sind die wichtigsten Adressen, was müssen Sie beachten und wie viel steht Ihnen zu? Wir haben die wichtigsten Infos rund ums Arbeitslosengeld für Sie zusammengestellt.

Was sind die Bedingungen für das Arbeitslosengeld?

Um überhaupt Arbeitslosengeld zu bekommen, muss man die so genannte Anwartschaftszeit erfüllt haben - also in den letzten beiden Jahren mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Entscheidend für die Höhe und Zahlungsdauer des Arbeitslosengeldes ist die Zeitspanne der vorangegangen versicherungspflichtigen Beschäftigung. Wer in den letzten fünf Jahren zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, bekommt sechs Monate Arbeitslosengeld I. Wer zwei Jahre und mehr in die Versicherung eingezahlt hat, erhält maximal zwölf Monate Arbeitslosengeld. Ebenfalls Anspruch auf Arbeitslosengeld haben alle, die aus einer bis zu dreijährigen Erziehungszeit zurück in den Beruf wollen und vor der Geburt des Kindes versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Zudem wird unterschieden zwischen Alleinstehenden und Eltern. Wer mindestens ein Kind hat, bekommt 67 Prozent seines pauschalierten durchschnittlichen Nettogehalts der letzten zwölf Monate ausgezahlt, Alleinstehende und Kinderlose lediglich 60 Prozent.

Wie errechnet die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld?

Die Arbeitsagentur berechnet und zahlt das Arbeitslosengeld I für jeden Kalendertag. Dabei wird ein Monat pauschal mit 30 Tagen angesetzt. Für einen vollen Monat Arbeitslosigkeit I erhält der Betroffene die Summe aus 30 errechneten Tagessätzen. Überwiesen wird dieses Arbeitslosengeld zum Monatsende, so dass Sie zu Beginn des neuen Monats - wenn insbesondere die Miete vom Konto abgebucht wird - über das Arbeitslosengeld verfügen können.

Kann ich meinen Anspruch im Internet ausrechnen?

Ja. Können Sie. Die Agentur für Arbeit bietet einen interaktiven Rechner zur Berechnung des Arbeitslosengeldes im Internet an. Allerdings liefert das Ergebnis nur einen ersten Anhaltspunkt. Die endgültige Berechnung erfolgt durch den Berater in der Agentur für Arbeit anhand des ausgefüllten Arbeitslosengeld-Antrages.

Gibt es Sonderfälle bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes?

Für ältere Arbeitslose kann der Anspruch gestaffelt nach Alter und den Vorversicherungszeiten auch länger bestehen:
•ab dem 50. Lebensjahr bis zu 15 Monate
•ab dem 55. Lebensjahr bis zu 18 Monate
•ab dem 58. Lebensjahr bis zu 24 Monate

Welche Faktoren fließen in die Berechnung des Arbeitslosengeldes ein?

Neben dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten Monate, ist ihre Lohnsteuerklasse wichtig. Ob der Ort Ihrer Beschäftigung in den neuen oder alten Bundesländern lag, ist vor allem von Belang, weil die Beitragsbemessungsgrenzen unterschiedlich sind. Eine Obergrenze für den Bezug von Arbeitslosengeld I gibt es übrigens nicht.

Muss ich meine Vermögensverhältnisse offen legen?

Nicht, solange Sie Arbeitslosengeld I beziehen. Diese Zahlung ist vergleichbar der Auszahlung einer Versicherungsleistung, in die Sie während Ihrer Berufstätigkeit kontinuierlich entsprechend der Höhe Ihres Einkommens eingezahlt haben. Wer Arbeitslosengeld II - im Volksmund Hartz IV genannt - beantragt, muss allerdings seine finanziellen Verhältnisse und die des Partners offen angeben, da diese Unterstützung nur bedürftigen Personen gewährt wird.

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