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Saisonale Effekte: Arbeitslosenzahl leicht gestiegen

Monatelang sanken die Arbeitslosenzahlen - damit ist jetzt Schluss, erstmals sind die Zahlen im Juli wieder leicht gestiegen. Das liegt an den vielen Schulabgängern, die sich bis zum ersten Job arbeitslos melden. Experten sehen dennoch keinen Anlass zur Sorge.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Arbeitsmarktzahlen für den Juli bekanntgegeben. Nach Monaten mit teils starken Rückgängen ist die Zahl der Arbeitslosen Schätzungen zufolge erstmals wieder leicht gestiegen. Mit 30.000 bis 40.000 falle der Juli-Zuwachs allerdings geringer aus als in den Vorjahren, betonten Volkswirte deutscher Großbanken. Insgesamt waren nach Berechnungen der Experten im zu Ende gehenden Monat 3,71 bis 3,72 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das wären 670 000 bis 680 000 weniger als vor einem Jahr. Rechne man jahreszeitliche Sondereffekte heraus, dann sei die Arbeitslosigkeit auch im Juli weiter gesunken.

Unternehmen suchen weiter Arbeitskräfte

Der bereits am Montag veröffentlichte Beschäftigungsindex der Bundesagentur stützte die Einschätzung der Experten, der Arbeitsmarkt sei weiter in einer robusten Verfassung. Der Anstieg des Indexes um 4 auf 218 Punkte mache deutlich, dass bei Unternehmen weiterhin ein hoher Bedarf an Arbeitskräften besteht.

"Das gute fundamentale Umfeld ist weiter da, daher dürfte sich der Arbeitsmarkt auch in der zweiten Jahreshälfte weiter gut entwickeln - im kommenden Jahr allerdings etwas langsamer", ist die Einschätzung des Deutsche Bank-Volkswirts Stephan Bielmeier. Der Anstieg im Juli habe rein saisonale Gründe. So beendeten viele junge Leute ihre Ausbildung, ohne sofort eine neue Stelle zu finden. "Viele Unternehmen stellen neue Kräfte erst nach Ende der Sommerpause ein", erläuterte der Bankenvertreter.

Experten bleiben optimistisch

Ähnlich optimistisch schätzt Andreas Rees von der HypoVereinsbank - wie auch andere Banken-Volkswirte - die Lage ein. "Auch im zweiten Halbjahr geht es mit dem Arbeitsmarkt weiter aufwärts. Der Auftragsbestand der Unternehmen ist enorm groß, die Firmen sind ausgelastet", betont er.

Im Juni war die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um 125 000 auf 3 687 000 gesunken. Das waren 712 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote war um 0,3 Punkte auf 8,8 Prozent zurückgegangen. Im Vorjahr hatte sie noch bei 10,5 Prozent gelegen.

AP/DPA / AP / DPA
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