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Schlechte Arbeitsmoral: Wer arbeitsscheu ist, fliegt

Die schlechte Arbeitsmoral eines Arbeitnehmers kann bei Kleinbetrieben ohne Kündigungsschutz ausschlaggebend sein für eine betriebsbedingte Kündigung.

Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Urteil entschieden. Die Richter wiesen damit die Klage eines Lageristen gegen eine Autoglaserei zurück (Az.: 9 Ca 2183/04).

Das Unternehmen, das weniger als fünf Mitarbeiter beschäftigte, war in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und musste sich deshalb von einem seiner Angestellten trennen. Obwohl der Lagerist schon wesentlich länger als die anderen Mitarbeiter der Firma angehörte, fiel die Wahl auf ihn. Im Hintergrund standen länger andauernde Auseinandersetzungen über seine Weigerung, neben seiner Tätigkeit im Lager auch andere Aushilfsdienste zu übernehmen. Der Lagerist empfand die Kündigung als sittenwidrig und zog vor Gericht.

Dem Urteil zufolge können Firmen, für deren Beschäftigte kein allgemeiner Kündigungsschutz gilt, die schlechte Arbeitsmoral oder andere charakterliche Mängel zum Auswahlkriterium bei betriebsbedingten Kündigungen machen. Der betroffene Arbeitnehmer könne sich dann nicht mehr auf eine mögliche Schutzbedürftigkeit auf Grund seines Alters oder der Betriebszugehörigkeit berufen, erklärte die Vorsitzende Richterin.

DPA / DPA
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