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Spitzenverdiener: Geld aus der Gruft

Sie sind weltberühmt. Ihre Arbeiten werden von Millionen Menschen geliebt. Und sie verdienen noch immer Unsummen. Sie können das Geld nur nicht ausgeben.

Von Karin Spitra

Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlichte in seiner jüngsten Ausgabe eine Liste der Top-Verdiener. Eigentlich nichts Neues beim für seine Rankings berühmten Magazin. Nur findet man die darin genannten Personen nicht in einer Konzernzentrale oder in Hollywood, sondern auf dem Friedhof. Meist nagten die Verblichenen bereits zu Lebzeiten nicht am Hungertuch, doch auch nach ihrem Tod füllen sich die Kassen ihrer Erben munter weiter.

Manchmal liegt der Reichtum auch nicht in den geschriebenen, gesungenen oder gemalten Werken, sondern in der Lebensgeschichte selbst: Ray Charles wurde 2005 erstmals in die Liste der toten Spitzenverdiener aufgenommen, die im Vorjahr verfilmte Biographie des Ausnahmekünstlers weckte wieder das Interesse an seinem Werk. Auch Johnny Cash, der erstmals im Ranking auftaucht, kommt demnächst mit der Verfilmung seines Lebens in die US-Kinos.

Denn Hollywood ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der posthumen Geldmaschine: Die Erben von Theodor "Dr. Seuss" Geisel oder J.R.R. Tolkien können anhand ihrer Kontoauszüge jederzeit ablesen, ob die Filmfabrik gerade an einem Stoff aus ihrem Haus sitzt. Allerdings haben auch viele Spitzenverdiener einen Stammplatz im jährlichen Ranking, ohne dass sich bei ihrem "Jahreseinkommen" Wesentliches ändert. Bestes Beispiel dafür ist Marilyn Monroe - die Nachfrage nach ihr bleibt überraschend beständig.

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