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Streik: Lösung im AEG-Konflikt

Die Verhandlungspartner im AEG-Konflikt haben eine Lösung erzielt. Die Beschäftigten erhalten eine deutliche höhere Abfindung als erwartet. Electrolux kostet die Schließung 240 Millionen Euro.

Im Konflikt um die Zukunft des Nürnberger AEG-Stammwerks haben sich die Verhandlungspartner geeinigt. "Wir haben ein Ergebnis", sagte Siegfried Hörmann von der IG Metall Bayern. Zur Beendigung des AEG-Konflikts haben der Electrolux-Konzern und die IG Metall deutliche Zugeständnisse gemacht. Die Beschäftigten erhalten 1,8 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr als Abfindung, teilte der Konzern mit. Ursprünglich hatte das Unternehmen 0,7 Monatsgehälter geboten. Die IG Metall hingegen hatte 2,7 Monatsgehälter gefordert.

Kosten für Schließung betragen 240 Millionen Euro

Nach einem Verhandlungsmarathon hatten sich Electrolux und die IG Metall unter Vermittlung des früheren bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu (CSU) auf einen Sozialtarifvertrag zur Schließung der Produktion in Nürnberg geeinigt. Das Paket für die betroffenen 1700 Mitarbeiter umfasst den Angaben zufolge auch die Anstellung in einer Qualifizierungsgesellschaft. Vorruhestandsregelungen für ältere Mitarbeiter seien ebenfalls vereinbart worden.

Die Produktion in Nürnberg solle schrittweise bis Ende 2007 heruntergefahren werden. Für die drei Servicegesellschaften Kundendienst, Ersatzteile und Logistik sowie einzelne Bereiche der Vertriebsorganisation wurde vereinbart, einen Haustarifvertrag zu entwickeln.

Die IG Metall informierte zunächst die seit mehr als fünf Wochen streikenden AEG-Mitarbeiter. "Wir haben jetzt ein sehr gutes Paket vereinbart", sagte Johan Bygge, der zuständige Electrolux - Vorstand für das Hausgerätegeschäft in Europa. Electrolux gehe davon aus, dass die Kosten für die Schließung im Rahmen von etwa 240 Millionen Euro liegen würden. Eine Urabstimmung zur Annahme des Sozialtarifvertrages soll noch erfolgen.

DPA / DPA
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