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Studie: Fusionen lohnen sich in Krisenzeiten

Übernahmen und Fusionen lohnen sich einer Studie zufolge eher in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Denn Unternehmen sind in Rezessionsphasen generell deutlich niedriger bewertet.

Übernahmen und Fusionen lohnen sich einer Studie zufolge eher in wirtschaftlichen Krisenzeiten. "Generell werden Unternehmen in der Rezessionsphase deutlich niedriger bewertet", sagte Dr. Daniel Stelter, Geschäftsführer der Beratungs-Gruppe Boston Consulting (BCG), in München. Diese Akquisitionen brächten auch deshalb im Schnitt eine spürbar höhere Rendite als Einkäufe während des Aufschwungs. Dies habe eine Untersuchung von 277 Zusammenschlüssen in den USA ergeben.

"In mageren Zeiten gehen die besser aufgestellten Unternehmen auf Einkaufstour", sagte Stelter. Allerdings erwiesen sich viele Zukäufe so oder so als Fehlinvestition. Der BCG-Studie zufolge wird auch in Abschwungphasen nur bei 47 Prozent der Übernahmen Wert geschaffen. Bei Fusionen und Akquisitionen in Boom-Zeiten seien es sogar nur 42 Prozent. Zukäufe im Aufschwung bringen der Untersuchung zufolge eine um gut 6 Prozent geringere Verzinsung als ein Engagement im Gesamtmarkt.

Auch die Abwicklung von Zusammenschlüssen ist nach Beobachtung der Experten in der Flaute einfacher. Unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen seien die internen wie externen Widerstände gegen Umstrukturierungen geringer, sagte Stelter. Die Integration sei daher schneller und günstiger zu bewältigen.

Viele Aufkäufer achten BCG zufolge zu wenig auf die Finanzlage des Objekts. "Das übernommene Unternehmen sollte finanziell gesund oder zumindest heilbar sein." Operative Probleme könnten leichter behoben werden als strukturelle Probleme in der Unternehmensfinanzierung.

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