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Studie: Länger arbeiten schafft Jobs

Längere Arbeitszeiten ohne höhere Löhne könnten die Beschäftigung nach Ansicht europäischer Wirtschaftsexperten sowohl kurzfristig als auch langfristig steigern.

Längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich können nach Einschätzung europäischer Wirtschaftsexperten zu mehr Arbeitsplätzen führen. "Der Ausnutzungsgrad der eingesetzten Maschinen erhöht sich, die Produktivität steigt, positive Beschäftigungseffekte sind die Folge", heißt es in einem Bericht der European Economic Advisory Group (EEAG) zur europäischen Wirtschaftslage, der am 9. März in Brüssel vorgestellt wurde. Der EEAG gehören Ökonomen aus mehreren europäischen Ländern an, darunter auch der Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn.

Für den gesamten Euroraum erwarten die Experten in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent. "Diese Rate ist aber zu niedrig, um die Lage auf dem Arbeitsmarkt wesentlich zu verbessern." Längere Arbeitszeiten ohne höhere Löhne könnten die Beschäftigung nach Ansicht der Forscher sowohl kurzfristig als auch langfristig steigern.

Kurzfristig würden auf diese Weise Arbeitsplätze in Unternehmen erhalten, in denen die Gefahr der Produktionsverlagerung wegen zu hoher Kosten groß ist. Langfristig sei zu erwarten, dass verlängerte Arbeitszeiten bei den Gewerkschaften Lohnzurückhaltung bewirken. Auch dies werde positive Beschäftigungseffekte haben. Derzeit gehören Deutschland, Frankreich, Belgien und die Niederlande zu den Ländern mit den niedrigsten Pro-Kopf-Arbeitszeiten pro Beschäftigtem.

DPA / DPA
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