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Sicherung von Arbeitsplätzen Kampf gegen Arbeitslosigkeit: Könnte die Vier-Tage-Woche bei "einem gewissen" Lohnausgleich helfen?

Michael Lohscheller
Michael Lohscheller, Geschäftsführer der Opel Automobile GmbH und Mitglied des Vorstands der Groupe PSA
© Martin Schutt / DPA
Großbritannien diskutiert es für den öffentlichen Sektor, die IG Metall für die deutsche Autoindustrie: Eine kürzere Arbeitswoche wäre eine Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern.

In Großbritannien entwarf ein Bericht der Ideenschmiede Autonomy eine Vision gegen die Arbeitslosigkeit: Eine Vier-Tage-Woche könnte helfen. Die Analyse ergab, dass eine 32-Stunden-Woche ohne große Gehaltseinbußen eine Lösung für den öffentlichen Dienst sein könnte. Demnach könnten sogar 500.000 neue Jobs entstehen.

Auch in Deutschland wird die Vier-Tage-Woche mehr und mehr ein Thema. Opel-Chef Michael Lohscheller zeigte sich jetzt gesprächsbereit zum Vorstoß der Gewerkschaft IG Metall, mit einer Vier-Tage-Woche Jobs in der Autoindustrie zu sichern. "Prinzipiell sind wir für alle Ideen offen. Die Vier-Tage-Woche kann dabei helfen, Arbeitsplätze zu sichern", sagte Lohscheller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Aktuell jedoch Kurzarbeit

"Wir arbeiten jedoch aktuell mit dem Instrument der Kurzarbeit", schränkte Lohscheller ein. "Derzeit erleben wir einen umfassenden Strukturwandel in der Branche. Da muss man erst einmal im Detail diskutieren, welche Instrumente am sinnvollsten sind."

Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann hatte Mitte August zur Rettung von Jobs in der Metall- und Elektroindustrie eine "Vier-Tage-Woche mit einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten" ins Gespräch gebracht.

Führungsebene verschlankt

Der Autobauer mit Stammsitz im hessischen Rüsselsheim hat Lohscheller zufolge seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern nicht nur die Mitarbeiterzahl reduziert, sondern auch die Führungsebene deutlich verschlankt. "Die Treppe wird von oben gekehrt. Wir haben ganze Hierarchieebenen herausgenommen", sagte der Opel-Chef. "Statt über 20 Manager berichten nur noch 9 direkt an mich." In Europa seien auch alle Länderchefs ausgetauscht worden.

Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 vom US-Konzern General Motors (GM) übernommen und trimmt den Traditionshersteller seither auf Effizienz. Gespräche über weitere Einschnitte laufen, etwa bei den Betriebsrenten. "Wir dürfen und werden [...] nicht nachlassen, weiter an unserer Effizienz zu arbeiten", bekräftigte Lohscheller.

Absatzrückgang von 53,1 Prozent

In den ersten sechs Monaten 2020 trug Opel gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall 111 Millionen Euro zum positiven Konzernergebnis bei. Allerdings wurden in dem Halbjahr nur noch gut 266.000 Autos der beiden Marken verkauft, der Absatzrückgang von 53,1 Prozent fiel deutlich stärker aus als bei den anderen Konzernmarken.

Für die bevorstehende Fusion von PSA mit Fiat Chrysler zum viertgrößten Autohersteller der Welt, der Stellantis heißen soll, sieht Lohscheller Opel gut gerüstet: "Wir stehen als profitables Unternehmen gut da, nicht mit 20 Jahren Verlust wie unter unserem alten Eigentümer."

Weitere Quellen:Autonomy,"Metro"

bal DPA

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