Tombra Abeke Behindertenbetreuer in Nicaragua

Tombra reizen andere Länder - kein Wunder, ist er doch selber mit zwei Kulturen groß geworden. Sein Freiwilligenjahr verbrachte er als Behindertenbetreuer in Nicaragua - und findet seine Schützlinge großartig. Nur eines trübt seine Freunde ein bisschen: das Fehlen von Lakritz.

Name: Noel Tombra Abeke
Alter: 20 Jahre
Heimatstadt: Bremen
Organisation: EIRENE Internationaler christlicher Friedensdienst (Homepage)
Einsatzort: Estelí, Nicaragua

Ein Grund, warum ich hier bin, ist sicher meine Erziehung und mein binationaler Hintergrund: Meine Mutter ist Deutsche und mein Vater Nigerianer, daher bin ich mit zwei Kulturen aufgewachsen und habe mich immer dafür interessiert, wie Leute in anderen Ländern leben. Ich wollte aber auch erfahren, wie es ist, in einem Land zu leben, das nicht den gleichen materiellen Wohlstand hat, wie Deutschland.

Ich liebe meine Schützlinge

Ich arbeite in Estelí mit behinderten Menschen, im Centro Juvenil "Los Pipitos". Was mich sehr bewegt, sind die Jugendlichen in meinem Projekt, mit all ihren Ticks, Behinderungen, Talenten, Liebenswürdigkeiten, mit ihrer Freude, ihrem Humor. Der Umgang der Menschen miteinander hier ist anders und fasziniert mich sehr. Menschen, die sich gerade erst begegnet sind, behandeln sich wie dicke Freunde.

Ich glaube, dass man - egal, wo man sich befindet - immer fürs Leben lernt. Und ich glaube nicht, dass die Erfahrungen, die ich hier, in Deutschland oder an einem anderen Ort dieser Welt mache, wertvoller sind als andere. Denn im Grunde sind die Erfahrungen, die wir durchleben, neutral - und am Ende zählt das, was wir daraus machen. So habe ich mir schon bevor ich nach Nicaragua gekommen bin in den Kopf gesetzt, Physiotherapie zu studieren. Bis jetzt ist noch nichts passiert, was mich davon abgebracht hat. Aber es ist auch nichts passiert, war mir noch mal einen "Schub" gegeben hätte.

Was fehlt? Lakritze!

Meine Eltern haben mich immer unterstützt, auch wenn sie am Anfang ein bisschen skeptisch waren, dass ich so lange Zeit weggehe. Ich weiß, dass es meiner Mutter schwergefallen ist, mich für 18 Monate ziehen zu lassen. Wenn ich aber jetzt mit meinen Eltern telefoniere, sagen sie, dass sie sehr stolz auf mich sind. Trotzdem vermisse ich sie und meine Freunde. Außerdem verspüre ich in letzter Zeit einen verstärkten Appetit auf salzige Heringe aus Lakritze.


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