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Volkswirte schätzen: 2,9 Millionen Menschen waren im Juli arbeitslos

Etwas mehr als im Juni, aber immerhin weniger als im Jahr zuvor: Nach Einschätzung von Experten sprechen die Arbeitslosenzahlen vom Juli für eine "leichten Aufwärtsdynamik" am Arbeitsmarkt.

Die Sommerpause mit Werksferien in zahlreichen Unternehmen hat nach Experteneinschätzung die Zahl der Arbeitslosen im Juli wieder leicht steigen lassen. Insgesamt seien in dem Monat 2,9 Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen - das wären 60.000 mehr als im Juni, sagten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage. Sie berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Erwerbslosen dagegen um 10.000 gesunken. Auch nach Abzug von Saisoneffekten ging die Erwerbslosigkeit den Fachleuten zufolge im Juli zurück - und zwar ebenfalls um 10.000 im Vergleich zum Juni. Dies zeige, dass der Arbeitsmarkt von der Konjunktur wieder stärker getragen werde. Noch in den beiden Vormonaten war die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gestiegen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Vormittag bekanntgeben.

Die anhaltende Zuversicht in vielen Chef-Etagen spiegelt auch die Entwicklung bei den offenen Stellen wieder. Trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes suchten Unternehmen weiterhin Arbeitskräfte, berichtete die Bundesagentur am Mittwoch. Die Wachstumskurve bei der Kräftenachfrage hat sich inzwischen aber abgeflacht, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) deutlich. Der BA-X-Wert kletterte im Juli auf 166 Punkte. Der Seismograph für die Entwicklung auf dem Stellenmarkt lag damit einen Punkt über dem Juni-Niveau. Trotz der "leichten Aufwärtsdynamik" sei unklar, inwieweit der Arbeitskräftebedarf in den kommenden Monaten steigen werde, betonte die Bundesagentur.

Trotz der leichten Schwankungen der Arbeitslosenzahl in den vergangenen Monaten sehen die Volkswirte der großen deutschen Geldhäuser darin keineswegs ein Alarmsignal. Die Verschnaufpause im Mai und Juni sei kaum mehr als eine Korrektur der überraschend guten Entwicklung in den Winter- und Vorfrühlingsmonaten gewesen. Wegen des milden Winterwetters in diesem Jahr sei die Winterarbeitslosigkeit nur sehr schwach ausgeprägt gewesen, der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt habe wiederum früher als sonst eingesetzt, erläuterte etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld.

she/DPA / DPA