Luftverkehr dba-Chef droht mit Ausstieg bei weiteren Warnstreiks


Hans Rudolf Wöhrl hat die Nase voll: Im Falle weiterer Warnstreiks bis Weihnachten hat er mit seinem Ausstieg gedroht. Während die Belegschaft einen neuen Tarifvertrag will, hat für ihn sein Sanierungskurs oberste Priorität.

Der Chef der Fluggesellschaft dba, Hans Rudolf Wöhrl, hat mit seinem Ausstieg im Fall weiterer Warnstreiks gedroht. "Noch ein Warnstreik vor Weihnachten, und ich werfe die Brocken hin", sagte Wöhrl dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Verhandlungen über einen Tarifvertrag werde es frühestens im Sommer 2004 geben, sagte er dem "Handelsblatt" sowie der "Süddeutschen Zeitung". Priorität habe die Sanierung der defizitären Fluglinie. Anfang November hatte ein Warnstreik des fliegenden dba-Personals den Verkehr auf mehreren deutschen Flughäfen kurzzeitig weitgehend lahm gelegt.

Tarifkündigung stammt noch aus BA-Zeit

Wöhrl hatte das Unternehmen im Sommer von British Airways (BA) für den symbolischen Preis von einem Euro übernommen. Der Tarifvertrag für das fliegende Personal war noch von BA gekündigt worden. Die Vereinigung Cockpit und die Gewerkschaft ver.di verlangen nun Verhandlungen von Wöhrl.

Verlust wahscheinlich halbiert

Im laufenden Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) werde der operative Verlust voraussichtlich 30 bis 35 Millionen Euro betragen (Vorjahr: 64 Mio), sagte Wöhrl. Der Umsatz soll von 264 auf 300 Millionen Euro steigen. Wenn alles gut laufe, sei bereits im Geschäftsjahr 2004/2005 ein kleiner Gewinn möglich.

DPA

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