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Medien: Staatsanwaltschaft auf der Suche nach Leo Kirchs Sohn

Die Staatsanwaltschaft München ist laut Medienberichten auf der Suche nach Thomas Kirch, gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft München ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" auf der Suche nach Thomas Kirch, dem Sohn des einstigen Medienunternehmers Leo Kirch. Dem Magazin zufolge ist gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet worden. Thomas Kirch werde in den USA vermutet, wo er ein Ferienhaus an der Atlantikküste und eine Wohnung in Boston besitze, hieß es. "Wir würden ihn gerne befragen, wenn wir die Möglichkeit dazu hätten", zitiert das Magazin den Münchner Leitenden Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld.

Umfangreicher Fragenkatalog

Dem Bericht zufolge will die Ermittlungsbehörde die US-Behörden um Rechtshilfe bitten, falls sich Thomas Kirch nicht freiwillig zu einer Vernehmung bereitfindet. Vom Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums habe Kirch junior einen umfangreichen Katalog mit Fragen zu Einkünften aus Firmen seines Vaters und zu Darlehen über 133 Millionen Euro erhalten, hieß es. Der ebenfalls beschuldigte langjährige Kirch-Anwalt Joachim Theye habe sich in Zürich den Fragen der dortigen Bezirksanwaltschaft gestellt.

Keine Ermittlungen gegen Politiker

Keine Ermittlungsverfahren plant die Staatsanwaltschaft dem Blatt zufolge gegen prominente Politiker wie den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl und den ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel, die als Berater Kirchs jährlich Honorare von mehreren hunderttausend Mark kassiert haben sollen.

Kirch-Kreise: Thomas Kirch bereit zu Gespräch

Am Sonntag hieß es hingegen aus Kirch-Kreisen, dass Thomas Kirch zu einem Gespräch mit der Münchner Staatsanwaltschaft bereit sei. Thomas Kirch habe bereits vor Wochen in einem Brief an die Staatsanwaltschaft erklärt, auf Wunsch könne er jederzeit aus den USA nach Deutschland zurückkommen. Das gelte weiterhin. Er müsse nur wissen, wann und wohin er kommen solle.

DPA