Abspracheverdacht Razzien gegen Stromkartell


Die Energiekonzerne Eon und RWE stehen wegen des Verdachts wettbewerbswidriger Absprachen offenbar im Visier der EU-Kommission. Den Konzernen drohen Geldbußen in Milliardenhöhe.

Dem Bericht "Berliner Zeitung" zufolge platzten die Ermittler am Dienstag in eine Vorstandssitzung von Eon Energie in München und beschlagnahmten alle im Raum befindlichen Unterlagen. Sie hätten anschließen die Computer der Führung um Eon-Energie-Chef Johannes Teyssen und die der engsten Mitarbeiter gesichert. Zeitgleich hätten die Ermittler die Eon-Zentrale in Düsseldorf durchsucht, berichtete die Zeitung. Auch hierbei hätten sie sich auf die Büros des Top-Managements um Konzernchef Wulf Bernotat konzentriert.

Die EU-Kommission hatte im Februar angekündigt, mehr Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten mit Kartellverfahren erzwingen zu wollen. Mitte Mai hatten Ermittler der EU-Kommission Büros von Energiekonzernen in Deutschland, Italien, Frankreich, Belgien und Österreich durchsucht. In Deutschland waren sie dabei von Ermittlern des Bundeskartellamts unterstützt worden.

Die EU-Kommission hatte ihre Durchsuchungen mit dem Verdacht auf Verstöße gegen das europäische Wettbewerbsrecht begründet. Sie kann in diesem Fall Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Eon erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 56 Milliarden Euro, die Erlöse von RWE lagen bei 41 Milliarden Euro.

Vereinbarungen zur Marktaufteilung

Der Kommission lägen EU-Dokumente vor, aus denen hervorgehe, dass es möglicherweise "Vereinbarungen zur Marktaufteilung" zwischen großen deutschen Stromversorgern gegeben habe, meldete das Blatt. Konkret würden Eon und RWE genannt. Den Dokumenten zufolge seien in die Vorgänge nur das Top-Management der Konzerne und einige wenige Mitarbeiter involviert gewesen. Es gebe Hinweise, wonach Eon und RWE vereinbart haben sollen, "die gegenseitigen traditionellen Liefergebiete zu respektieren". Dabei könnte es sich um eine kartellrechtswidrige Aufteilung von Liefergebieten handeln.

Reuters Reuters

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