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Landwirtschaftsminister Christian Schmidt: Kükenschreddern soll nicht verboten werden

45 Millionen männliche Küken werden jährlich getötet, weil sie keinen Profit abwerfen. Von einem Verbot will Agrarminister Christian Schmidt aber nichts wissen. Er setzt auf neue Technologien.

Landwirte können nur mit weiblichen Küken Profit erwirtschaften

Landwirte können nur mit weiblichen Küken Profit erwirtschaften

Männliche Küken sind wirtschaftlich gesehen ein Nullgeschäft. So kommen sie kurz nach dem Schlüpfen meist in den Schredder oder werden vergast. Tierschützer und auch die Grünen appellieren an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), dem ein Ende zu bereiten.

Laut Informationen des "Spiegel" soll es zukünftig aber wohl kaum ein Verbot dieser grausamen Praxis geben. Und das, obwohl Schmidt erst im März einen Aktionsplan angekündigt hat. Vielmehr setzt das Ministerium auf neue Technologien. "Die Bundesregierung ist zuversichtlich, dass in den nächsten eineinhalb Jahren eine Technologie entwickelt werden wird, die flächendeckend vermarktet werden kann", antwortete das Ministerium auf eine Anfrage der Grünen, wie das Magazin berichtet. Daher bedürfe es keiner Gesetzesänderung.

Tatsächlich gibt es bereits derartige Technologien. Die Universität Leipzig hat ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, das Geschlecht eines Embryos bereits 72 Stunden nach Legen des Eis zu bestimmen. Die Geschlechtserkennung "ist nur teurer als das Kükenschreddern", zitiert der "Spiegel" Grünen-Parlamentarier Oliver Krischer. Er nennt den Aktionsplan des Ministers einen "PR-Gag".

Katharina Gipp
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