Airbus Franzosen wollen an die Macht


Paris hat die Bereitschaft angekündigt, sich an einer Kapitalerhöhung bei EADS zu beteiligen. Man sprach sich zudem für ein Ende der deutsch-französischen Doppelspitze beim Konzern aus. Es sei besser, nur einen Verantwortlichen zu haben, sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton.

Frankreich hat seinen Führungsanspruch beim Airbus-Mutterkonzern EADS angemeldet. Die französische Regierung kündigte an, sie sei bereit, sich "zusammen mit den anderen Aktionären" an einer Kapitalerhöhung bei EADS zu beteiligen. In diesem Fall müsse aber auch das Führungsmodell mit den deutsch-französischen Doppelspitzen überprüft werden, verlangte Premierminister Dominique de Villepin. "Es wäre vielleicht nötig, ernsthaft über die Möglichkeit zu diskutieren, nur noch einen Verantwortlichen zu haben", sagte Wirtschaftsminister Thierry Breton.

Drei Milliarden für die A350

EADS will dem "Handelsblatt" zufolge bei der Hauptversammlung am 4. Mai eine Kapitalerhöhung beschließen. Unter Berufung auf Unternehmenskreise hieß es, der Konzern wolle damit in diesem Jahr zwei bis drei Milliarden Euro für die A350 einsammeln. "Sollte der Staat sich zusammen mit anderen Aktionären an einer Kapitalerhöhung beteiligen, sollte man sich bei dieser Gelegenheit auch die Frage nach der Führung des Konzerns stellen", sagte de Villepin mit Blick auf die Doppelspitze.

Die Reihe der Proteste gegen den Umbau des europäischen Flugzeugbauers Airbus gehen derweil weiter. Die französischen Gewerkschaften haben zu einem landesweiten Aktionstag gegen das Sanierungskonzept "Power8"aufgerufen, mit dem das angeschlagene Unternehmen aus der Krise fliegen möchte. Die deutschen Gewerkschaften haben einen europaweiten Aktionstag am 16. März angeregt. Zur Überwindung seiner Krise will Airbus 10.000 Stellen streichen und sechs seiner 16 Werke ganz oder teilweise verkaufen.

DPA/Reuters DPA Reuters

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