Airbus-Krise Arbeitnehmer sollen mitreden


Der Airbus-Mutterkonzern EADS will die Arbeitnehmer bei Entscheidungen zu einzelnen Standorten einbinden. Zudem wies der Konzern Spekulationen über Probleme beim Militärtransporter A400M zurück.

Beim Airbus-Mutterkonzern EADS sind noch keine Entscheidungen über die Zukunft einzelner Standorte gefallen. Dies habe der französische Co-Chef Louis Gallois versichert, teilte der Europäische Betriebsrat des Unternehmens mit. Gallois habe erneut zugesichert, dass das Management keine abschließenden Entscheidungen - auch nicht zu einzelnen Standorten - ohne vorab geführten Dialog mit den Arbeitnehmervertretern treffen werde.

Der Europäische Betriebsrat wolle sich im Gegenzug an diesem Dialog beteiligen. Im Vordergrund stünden dabei die Interessen der Arbeitnehmer, insbesondere die Sicherung der Arbeitsplätze und der Standorte. Nach Angaben der IG Metall fordern die Arbeitnehmervertreter umfassenden Einblick in das Sparkonzept des Managements. Es solle verhindert werden, dass einzelne Standorte des Unternehmens gegeneinander ausgespielt werden.

Rolls-Royce hält Triebwerk-Produktion an

Der britische Triebwerkhersteller Rolls-Royce setzt wegen der Verzögerungen beim Airbus A380 die Fertigung von Triebwerken für das weltgrößte Passagierflugzeug für etwa zwölf Monate aus. "Wir haben unseren Mitarbeitern die Entscheidung gestern mitgeteilt", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Das für den A380 angebotene Trent-900-Triebwerk von Rolls-Royce steuert einen kleineren Teil zum Jahresumsatz des Konzerns bei, der auch Triebwerke für andere Modelle von Airbus und den Konkurrenten Boeing liefert. Der Sprecher ergänzte, durch die Maßnahme werde es nicht zu einem Stellenabbau oder zu einer Änderung der Ergebnisprognose für das laufende Jahr kommen.

Probleme auch bei Militärtransporter?

Zeitungsspekulationen, wonach auch beim Militärtransporter A400M erhebliche Lieferungsverzögerungen wegen technischer Schwierigkeiten drohten, wies ein EADS-Sprecher in München zurück. Eine von EADS-Co-Chef Enders in Auftrag gegebene Überprüfung des A400M-Programms laufe und sei noch nicht abgeschlossen.

Das Verteidigungsministerium hält am Auftrag für 60 Transportmaschinen des Typs A400M fest und rechnet bei der für 2010 anvisierten Erstlieferung nicht mit einer Verzögerung durch Airbus. Die "Financial Times Deutschland" hatte zudem berichtet, dass neben der Ertragsausfälle beim A380 auch das A400M-Programm das Konzern-Ergebnis belasten könnte.

Aktionärsschützer fordern Umbau des Konzerns

Aktionärsschützer plädierten unterdessen dafür, die Krise bei EADS zu einem grundlegenden Umbau des Konzerns zu nutzen. "Man sollte den Geburtsfehler, dass der französische Staat als Großaktionär an EADS beteiligt ist, jetzt schnellstens beseitigen", sagte der Experte der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Michael Kunert, der "Berliner Zeitung".

Der französische Staat hält 15 Prozent der EADS- Anteile. Die deutschen Anteile werden von DaimlerChrysler gehalten. "Deutschland müsste Einfluss darauf nehmen, dass sich der französische Staat zurückzieht", sagte Kunert. Damit würde die Gefahr abnehmen, dass politische Entscheidungen dominierten, statt notwendige wirtschaftliche Schritte einzuleiten.

DPA DPA

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