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Aktienmärkte: US-Börsen rutschen und die Lemminge folgen

Dow-Jones-Index fiel um knapp 300 Punkte, Nemax 50 kracht auf ein neues Rekordtief, Dax verliert und auch die lateinamerikanischen Börsen stürzten ab.

Am New Yorker Aktienmarkt sind die Kurse am Dienstag kräftig ins Rutschen gekommen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte fiel um 292,22 Punkte oder 3,0 Prozent auf 9.485,71. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 109,97 Zähler oder 6,2 Prozent auf 1.673,00 Punkte nach. Umgesetzt wurden 1,62 Milliarden Aktien nach 1,25 Milliarden am Montag. Gründe für die gedrückte Stimmung sind nach Expertenmeinung die andauernden amerikanisch-chinesischen Spannungen und eine Reihe von Gewinnwarnungen.

NASDAQ reißt Lateinamerikas Börsen mit

Der Sturz des Nasdaq hat auch die wichtigsten Börsen Lateinamerikas mit nach unten gerissen. Am größten Handelsplatz des Subkontinents in der brasilianischen Metropole Sao Paulo fiel der Aktienindex Bovespa 244,69 Zähler (1,75 Prozent) auf 13.736,61 Punkte. In Mexiko-Stadt ging der Index IPC 119,02 Zähler (2,09 Prozent) auf 5.575,05 Punkte zurück. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires verlor der Aktienindex Merval 11,17 Punkte (2,52 Prozent) und stand zum Handelsschluss bei 432,64 Punkten.

DAX stürzt unter 5.400 Punkte

Die deutschen Aktien sind am Mittwoch einmal mehr ins Minus gestürzt. Der Deutsche Aktienindex DAX fiel zeitweise unter 5.400 Punkte. Zuletzt verzeichnete er beim Stand von 5.458,94 Zählern ein Minus von 1,70 Prozent. Der Index mit den 50 wichtigsten Werten am Neuen Markt, der NEMAX 50, brach um vier Prozent auf 1.257,36 Zähler ein. Er markierte damit ein erneut ein Rekordtief. Auch der 70 mittelgroße Werte umfassende MDAX lag mit 1,01 Prozent bei 4.418,48 Punkten im Minus.

Einzig Infineon-Aktien hielten sich mit 0,18 Prozent auf 38,32 Euro minimal im Plus. In den USA hatten die Analysten von CIBC Oppenheimer am Vortag ihre »Übergewichten«-Einstufung für den Chip- Ausrüster-Sektor bestätigt. Die Aktien von SAP bildeten wie am Vortag das DAX-Schlusslicht. Die Papiere des Softwareherstellers verbuchten beim Wert von 105,46 Euro ein Minus von 4,13 Prozent. Ein Händler erklärte, dass die Flut reduzierter Gewinnerwartungen bei US- amerikanischen Technologieunternehmen den Wert belasten.

Tokios Börse schloss fest

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat mittwochs trotz Verzögerung eines Not-Konjunkturpakets der Regierung fest geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte kletterte nach anfänglich deutlichen Verlusten wieder über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten und verbuchte zum Handelsschluss einen Gewinn von 118,31 Punkten oder 0,9 Prozent bei 13.242,78 Punkten. Der marktbreitere TOPIX legte um 10,41 Punkte auf 1.304,37 Zähler zu. Händlern zufolge hofft der Markt weiter auf das von der Regierung angekündigte Maßnahmenpaket zur Stützung der Wirtschaft.

Euro profitiert von Börsen-Talfahrt

Der Euro hat am Mittwochmorgen deutlich an Wert gewonnen. Gegen 8.25 Uhr kostete die Devise in Frankfurt 0,8956 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Dienstag den Referenzkurs auf 0,8845 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2112 DM. Vor allem die Talfahrt der US-Börsen am Vortag habe der Gemeinschaftswährung auf die Sprünge geholfen. Sollten im Laufe der Woche noch schwache Konjunkturdaten aus den USA gemeldet werden, könnte weiteres Kapital in den Euroraum fließen. Das dürfte den Euro-Kurs steigen lassen.

Achtung:

Wird der Nemax 50 unter 1.000 Punkte fallen? Wie weit müssen die Kurse noch sinken, bevor es die Investoren wieder an die Börsen zieht? Muss sich Euopa auch bei den Börsenentwicklungen von Amerika emanzipieren? Diskutieren sie in unserem Finanzforum mit!