Cannes Die Spiele sind eröffnet


George Bush und Saddam Hussein haben etwas gemeinsam: Zum Auftakt der Filmfestspiele in Cannes ist nach dem US-Präsidenten im vergangenen Jahr jetzt auch der irakische Ex-Präsident ein Filmstar.

Mit Filmen über Krieg, Mord und Selbstmord haben die 58. Filmfestspiele von Cannes begonnen. Den Auftakt Cannes machte traditionsgemäß ein französischer Film. In "Lemming" beschreibt der in Deutschland geborene Regisseur Dominik Moll, wie sich das Leben eines jungen Paares auf bizzare Weise ändert, als es im Abfluss des Waschbeckens ein ungewöhnliches Nagetier entdeckt. Der Film habe eine dunkle Atmosphäre, könne aber auch mit Humor aufwarten, sagte Moll über seinen Beitrag.

Moll tritt mit "Lemming" gegen eine harte Konkurrenz an. Insgesamt 21 Beiträge aus 13 Ländern bewerben sich in diesem Jahr um die "Goldene Palme". Zu den Regisseuren in der Konkurrenz gehört auch der deutsche Wim Wenders mit seinem in den USA gedrehten Drama "Don’t Come Knocking". Er steht in der Auswahl vor allem neben anderen Vertretern des klassischen Autorenkinos aus Europa, Nordamerika und Asien wie Lars von Trier, Gus Van Sant und Jim Jarmusch.

Fatih Akin entscheidet mit

Der neunköpfigen Jury gehören auch "Gegen die Wand"-Regisseur Fatih Akin, die amerikanische Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison und US-Schauspielerin Salma Hayek. an. Als Leiter der Jury wird der bosnische Regisseur Emir Kusturica am 21. Mai die Entscheidung in dem wohl renommiertesten Filmwettbewerb Europas verkünden.

"Wir werden uns an erster Stelle auf die Ästhetik konzentrieren", versprach Kusturica während einer Pressekonferenz. Nachdem die Preisverleihung für Michael Moores Dokumentarfilm "Fahrenheit 9/11" mit George W. Bush in der Hauptrolle im vergangenen Jahr für politischen Zündstoff sorgte, soll das diesjährige Festival wieder in gewohnten Bahnen verlaufen.

Saddam Hussein spielt Hauptrolle

Erstmals wird in Cannes auch ein irakischer Film präsentiert: "Kilometre Zero" spielt während der Zeit des Krieges mit dem Iran. Der Beitrag lief bereits mit "Lemming" am Eröffnungstag der Filmfestspiele. Der Film des im Irak geborenen Hiner Salim porträtiert die Schrecken des Krieges mit dem Nachbarland Iran und die scheinbar unüberbrückbar Kluft zwischen dem kurdischen und dem arabischen Bevölkerungsteil. Eine der Hauptfiguren des Films sei der gestürzte Präsident des Landes, Saddam Hussein. Seine Anwesenheit spukt durch den Film auf großen Porträts am Straßenrand, seinen Fernseh- und Radioansprachen und vor allem durch die große Statue die dem Hauptdarsteller Ako überall hin zu folgen scheint.

Außer Konkurrenz - von den Fans aber sehnsüchtig erwaret - läuft die neue und letzte Folge "Star Wars: Episode III - Revenge of the Sith". Die Premier des sechsten und letzten Films von George Lucas Weltraumepos "Star Wars". "Episode III - Die Rückkehr Sith" gehört nicht zu den Wettbewerbsfilmen.

AP/DPA AP DPA

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