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Nachhaltigkeit: Aldi macht's wie Edeka und Rewe – und holt sich Hilfe

Die großen Supermarktketten Edeka und Rewe setzen schon seit einigen Jahren auf die Innovationskraft von Start-ups. Jetzt holen sich auch die Discounter Aldi Nord und Süd Unterstützung von jungen Firmen.

Aldi Nord und Aldi Süd

Aldi Nord und Aldi Süd holen sich Start-ups für neue Verpackungslösungen.

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Edeka und Rewe haben früh erkannt: Wer bei neuen Trends mitmischen will oder neue Entwicklungen in die Läden holen will, braucht Unterstützung. Meist geht es dabei um neue Produkte. Die großen Lebensmittelkonzerne laufen den Hypes oftmals nur noch hinterher, statt sie selbst anzustoßen. Ob nun vegetarisches Fleisch oder Milch-Ersatz: Häufig setzen hier Start-ups Trends. Und um sich diese Innovationen früh zu sichern, holen die Ketten die jungen Unternehmen selbst in die Läden.

Auch Aldi setzt auf diese Power. Die beiden Discounterbrüder aus Nord und Süd haben sich mit dem Start-up TechFounders aus München zusammengetan. Dieses junge Unternehmen spürt Nachwuchsfirmen in der Frühphase auf, um sie mit großen Industrieunternehmen zusammen zu bringen. Dabei geht es um Knowhow, aber auch um Finanzierung. Gemeinsam mit Aldi machen sich die Techfounders auf die Suche nach Start-ups, die nachhaltigere Verpackungen entwickeln. "Das Thema Verpackungen und wie diese sich verbessern lassen, beschäftigt uns bei Aldi schon seit langem. Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt, um Verpackungsabfall deutlich einzusparen. Um unsere Ziele zu erreichen, sind wir gleichzeitig auch auf neue Ansätze angewiesen", sagt Philipp Skorning von Aldi Süd, der unter anderem auch den Nachhaltigkeitsbereich verantwortet. 

Aldi sucht das Super-Start-up

Seit Januar konnten sich Start-ups bewerben, nun präsentierten die beiden Aldis drei Firmen, die ein Förderungsprogramm der TechFounder durchlaufen und mit Aldi Nord und Süd ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln. 

So überzeugte Ogata mit einer Tragetasche aus recyceltem Kunststoff, die auch als Rucksack getragen werden kann. Als zweites Unternehmen punktete Wisefoods, die einen essbaren Strohhalm aus Apfeltrester (ein Nebenprodukt der Apfelsaftproduktion) entwickelt haben. Als drittes Start-up ist Cyclic Design dabei, die nachfüllbare Flaschen für Körperpflegeprodukte entwickelt haben. "Es ist an der Zeit, den Verbrauchern innovative und praktische Alternativen zu Einwegverpackungen mit wiederverwendbaren und optisch ansprechenden Verpackungslösungen anzubieten. Zum Beispiel für Drogerieartikel wie Shampoos, Duschgele oder Reinigungsmittel. Diese werden derzeit in Einwegverpackungen verkauft. Wir möchten sie durch Mehrwegverpackungen ersetzen", so die Gründer von Cyclic Design

Bis zum September hatten sich rund 80 junge Firmen bei Aldi beworben. Am 6. Dezember geht es weiter: Dann wählen die Discounter bei einem neuen Pitch acht bis neun weitere Start-ups für die zweite Runde aus.

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kg