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Nachhaltigkeitsoffensive: Amazon veröffentlicht, wer hinter den Eigenmarken steckt - und verschweigt doch viel

Amazon hat seine Zulieferer öffentlich gemacht. Rund 1000 Firmen beliefern das Handelsimperium und stecken hinter den Eigenmarken von Amazon. Ein Schritt zu mehr Transparenz - aber es bleiben viele Fragezeichen.

Amazon macht Lieferketten öffentlich

Amazon macht Lieferketten öffentlich

Picture Alliance

Amazon hat die Namen seiner Zulieferer öffentlich gemacht. In einer interaktiven Karte können nun die Hersteller, die die Eigenmarken von Amazon produzieren, ausfindig gemacht werden. Insgesamt rund 1000 Firmen umfasst das Netz der Hausmarken-Hersteller, berichtet die "Lebensmittelzeitung". So befindet sich ein Großteil der Hersteller in Asien, vor allem in China sind viele der Firmen ansässig. In dem Bericht der häufig gekauften Konsumgüter sind bekannte Hersteller dabei, wie Essity, Kimberly-Clark, Sofidel und Mibelle, schreibt die "LZ".

Organisationen wie Human Right Watch (HRW) begrüßen den Schritt, denn seit Jahren wird mehr Transparenz von Amazon gefordert. Mit dieser Veröffentlichung sende Amazon "eine klare Botschaft, dass Transparenz von entscheidender Bedeutung ist und in Zukunft noch an Gewicht gewinnen wird", erklärt Aruna Kashyap, Senior Women's Rights Counsel bei HRW, zur "LZ". 
Die Transparenz von Lieferketten wird von einigen Organisationen gefordert. Im Jahr 2016 schlossen sich acht von ihnen mit HRW zusammen und bildeten die "Transparency Pledge Coalition" und forderten Modeunternehmen und Onlinehändler auf, ihre Lieferketten offen zulegen.

 

Kritik an Amazon

Doch ganz zufrieden ist HRW nicht. Die Seite sei zu schwer zu finden und die Unternehmen können nicht gefiltert oder sortiert werden. Und: Wirklich viele Infos finden Verbraucher nicht auf der Karte. Lediglich der Name und Ort, die Mitarbeiteranzahl und deren Frauenanteil werden offen gelegt. Die Frage, welches Produkt hergestellt wird, bleibt unbeantwortet. Daher sei der Wert für Verbraucher, Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertreter eingeschränkt, so Kritiker.

Das Eigenmarken-Geschäft von Amazon wird seit Jahren ausgebaut. Neben Haushaltsartikel-Marken gebe es vor allem Mode- und Unterwäschemarken, aber auch Möbel, Technik, Babyprodukte und Tiefkühlessen. Nur bei einer dieser Marken - dem Wäschelabel Pinzon - gebe es einen für den Verbraucher ersichtlichen Hinweis, dass die Produkte von Amazon direkt kommen. Mindestens 800 Marken gebe es unter dem Dach von Amazon, schrieb vor einigen Jahren "Quarz".

kg