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Andenken: Tipps für bessere Urlaubsbilder

Mit der richtigen Ausrüstung und ein paar Tricks lässt sich die Zahl schöner Urlaubsbilder erheblich steigern. Profis erklären was man dabei beachten sollte.

Wenn der Sommer vorbei und die Traumreise längst Geschichte ist, werden die Souvenirs hervorgeholt: Eiffeltürme aus Plastik, Mini-Pyramiden und Postkarten halten dann die Erinnerungen wach - ganz zu schweigen von den selbst geschossenen Fotos. Doch leider wirken diese meist farblos und schaffen es kaum, die Schönheit der Landschaften und das Lächeln der Menschen einzufangen. Mit der richtigen Ausrüstung und ein paar Tricks lässt sich die Zahl schöner Urlaubsbilder allerdings erheblich steigern.

Digitalkamerias: Speicherplatz beachten

Wer ausschließlich mit seiner Digitalkamera im Urlaub Bilder machen will, wird früher oder später ein Problem mit dem Speicherplatz bekommen, sagt Steffen Wolf vom Bundesverband des Deutschen Foto-Fachhandels in Köln. Während bei herkömmlichen analogen Kameras einfach ein neuer Film eingelegt wird, benötigten Digitalfotografen ausreichend große und teure Speicherkarten - oder ein Notebook mit großer Festplatte. »Doch das will sicherlich keiner mit in den Urlaub schleppen.« Wer die Reisetasche erleichtern und Geld sparen möchte, sollte besser beim Bewährten bleiben: »Wenn Sie gute Qualität für wenig Geld haben wollen, dann ist die analoge Fotografie nach wie vor besser«, sagt Wolf. Zur Auswahl stehen kompakte Sucherkameras und Spiegelreflexkameras mit ihren Wechselobjektiven.

Zwei Objekte reichen

Zwei Objektive reichen in der Regel aus, sagt Harald Spoddig, Reisefotograf und Chef des Fotoreiseveranstalters Mosquito Photo-Tours in Duisburg. »Mit einem Weitwinkel und einem Telezoom mit einem Brennweiten-Bereich von etwa 80 bis 200 Millimetern decken sie etwa 90 Prozent der Fotografie ab.« Das Weitwinkelobjektiv mit der Brennweite 28 oder 35 Millimeter nutzt er für Landschaften. Das Teleobjektiv eignet sich für Porträts oder Tieraufnahmen auf Safaris

Wichtigster Faktor: Das Licht

Der entscheidende Faktor für gute Bilder ist allerdings das Licht, sagt Spoddig. Hobbyfotografen sollten daher das Tageslicht beachten und möglichst nie gegen die Sonne fotografieren: »Das ist eher was für Könner.« Reicht das Tageslicht nicht aus, muss Kunstlicht helfen. Der eingebaute Blitz macht sich vor allem bei Porträtaufnahmen bezahlt, so Spoddig. »Wenn die Sonne hoch steht, sind die Augen meist schwarz. Durch Blitzen lassen sich Schatten beseitigen und Gesichter aufhellen.« Das gilt vor allem bei dunkelhäutigen Menschen. Bei Dunkelheit weit entfernte Objekte auszuleuchten, ist aber nicht möglich: »In einem Stadion etwa auf den Rasen zu blitzen macht gar keinen Sinn.« So weit reicht das Licht meist nicht.

Reisestativ für dunkle Räume

Die Atmosphäre dunkler Räume lässt sich am besten einfangen, wenn die Kamera fixiert ist. Spoddig rät daher zu einem leichten Reisestativ für die Tasche: »Das kann man auf einen Tisch stellen und Innenräume, etwa eine Kirche, fotografieren.« Notwendig ist es aber auch bei Langzeitbelichtungen am Abend. In dämmrigen Licht reicht es allerdings auch oft, die Kamera ruhig in der Hand zu halten: »Die Kamera mit beiden Händen festhalten, die Arme an den Oberkörper drücken und die Kamera gegen die Stirn.«

Polfilter nichts für Anfänger

Um effektvolle Bilder mit satten Farben zu erzielen, werden häufig Polfilter eingesetzt. Die Anwendung eines solchen Hilfsmittels ist jedoch schwierig, sagt der Buchautor und Reisefotograf Helmut Hermann aus Markgröningen (Baden-Württemberg): »Das ist ein Filter für Profis.« Er beseitigt Reflektionen, doch er macht die Farben stumpf und verdunkle den Himmel sehr stark. Vielfach ist die Stärke der Effekte erst auf dem belichteten Film zu sehen. Einfache UV-Filter haben dennoch ihren Platz in der Ausrüstung des Globetrotters: »Damit können Sie ihr Objektiv vor Kratzern schützen.«

Filme in Deutschland billiger

Hermann empfiehlt zudem, Filme vor der Reise zu kaufen: »Deutschland ist nach wie vor weltweit der billigste Platz dafür.« In warmen Ländern ist das Material außerdem meist der Hitze ausgesetzt und hat deshalb öfter einen Farbstich. Um farbliche Irritationen zu vermeiden, rät Spoddig, sich festzulegen: »Jeder Film hat eine Farbtendenz. Wenn Sie einen Diaabend planen, benutzen Sie daher immer den gleichen Film mit der gleichen Lichtempfindlichkeit.«

Motivsuche statt blinder Knipserei

Doch zu einer abwechselungsreichen Diaschau gehören auch packende Motive: »Durch die Kamera schauen und das Bild genau betrachten, nicht einfach knipsen«, lautet der Rat von Spoddig. Bei Menschen ist es besser, näher heranzugehen und den Kontakt zu suchen, statt hinterrücks abzudrücken. »Reden Sie mit den Leuten und bitten Sie höflich um ein Bild.« Für ein Foto zu bezahlen, sollte seiner Ansicht nach vermieden werden. »Kaufen Sie der Markfrau, die sie fotografiert haben, doch zum Dank besser ein paar Tomaten ab. So haben beide etwas davon.«

Literatur: Helmut Hermann, Reisefotografie, 160 Seiten, ISBN: 3-89416-772-6, 8,90 Euro.

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