ARBEITSKAMPF Weg für Metaller-Streik ist frei

Die Metaller in Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg haben das erwartete Signal für einen Arbeitskampf gegeben. Nun muss der Gewerksschaftsvorstand die nächsten Schritte festlegen.

Die Metaller in Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg haben das erwartete Signal für den ersten Arbeitskampf der Metall- und Elektroindustrie seit 1995 gegeben. Im Südwesten, dem größten Tarifbezirk der Branche, votierten rund 90 Prozent für einen Arbeitskampf. In dem deutlich kleineren Tarifgebiet Berlin/Brandenburg waren es mehr als 85 Prozent. Erforderlich waren 75 Prozent.

Vorstand muss grünes Licht geben

Der Streiks könnte an diesem Montag (6. Mai) beginnen. Zuvor muss allerdings noch der Vorstand der größten deutschen Industriegewerkschaft grünes Licht geben - und ein Streikgebiet auswählen. Dies ist für Donnerstag geplant.

»Notfalls Aussperrungen«

Die Metall-Arbeitgeber bedauerten das Ergebnis. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Hans Werner Busch, sagte in Köln, »der Arbeitskampf trifft uns in einem sehr labilen konjunkturellen Zustand.« Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser bekräftigte im Gespräch mit dem Bielefelder »Westfalen- Blatt«, dass die Arbeitgeber den Streiks notfalls mit Aussperrungen begegnen wollen.

Baden-Württembergs IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber erklärte am Dienstagabend in Stuttgart das Ergebnis zu einem klaren politischen Signal. Die IG Metall gehe nun mit Rückenwind in mögliche weitere Verhandlungen. Ein Ergebnis vor Beginn der Streiks schloss Huber allerdings aus. Ähnlich äußerte sich sein Kollege in Berlin/Brandenburg, Hasso Düvel: »Die Zeichen stehen auf Arbeitskampf«. Er bekräftigte, dass es zwischen Urabstimmung und Streik keine Gespräche mit den Arbeitgebern geben werde.

Letzter Streik war 1995

Zuletzt hatten die Metaller 1995 in Bayern gestreikt. In Baden-Württemberg hatte es zuletzt 1984 einen Arbeitskampf gegeben. Für die Region Berlin/Brandenburg wäre es der erste Metaller-Streik seit Kriegsende. Bezirksleiter Düvel vermutet allerdings, »dass wir am 6. Mai noch nicht dabei sind«.

Die Gewerkschaft war mit ihrer ursprünglichen Forderung von 6,5 Prozent höheren Einkommen in die Urabstimmung gegangen. In Baden-Württemberg waren die Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft nach einem 15-stündigen Verhandlungsmarathon am 19. April gescheitert. Die Arbeitgeber hatten zuvor 3,3 Prozent für 13 Monate angeboten.


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