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Tarifstreit mit GDL: Bahn will sich mit Lokführern einigen

Wann beginnt der neue Lokführer-Streik? Die Gewerkschaft gibt keine Auskunft darüber. Die Bahn will den siebten Ausstand in Folge verhindern. Dazu würde sie auch einen externen Vermittler akzeptieren.

Die Deutsche Bahn soll für ein Schlichtungsverfahren bereit sein

Die Deutsche Bahn soll für ein Schlichtungsverfahren bereit sein

Um den drohenden Lokführerstreik abzuwenden, hat sich die Deutsche Bahn zu einer Schlichtung bereit erklärt.

Das Unternehmen sei offen für einen entsprechenden Vorschlag des Deutschen Beamtenbundes, eine Einigung in einer Schlichtung oder Moderation zu finden, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Die Bahn wolle Ergebnisse in dem Tarifstreit und Streiks abwenden. Die GDL ist Mitglied im Beamtenbund.

Kunden und Mitarbeiter bräuchten Planungssicherheit. "Hauptsache, wir verhindern tagelange Arbeitskämpfe", sagte Weber. Im November hatte die Bahn vergeblich versucht, die Arbeitnehmerseite zu einer Schlichtung zu bewegen.

GDL äußert sich nicht

Die GDL wollte den Vorschlag nicht kommentieren. Ein Sprecher der Gewerkschaft sagte auf Anfrage, es gebe keinen neuen Stand. Am Mittwoch hatte die GDL beschlossen, dass es grundsätzlich neue Streiks geben soll. Sowohl den Starttermin als auch die geplante Dauer ließ sie aber offen. Vor der Entscheidung der GDL-Spitzengremien für die Wiederaufnahme von Streiks hatte GDL-Chef Claus Weselsky von rund 100 Stunden Arbeitskampf gesprochen.

Der GDL-Sprecher sagte, es bleibe dabei, dass die Gewerkschaft die Bahnkunden so rechtzeitig informieren werde, dass sie sich nach Möglichkeit nach Alternativen umsehen könnten. Auf eine konkrete Frist wollte er sich nicht festlegen. Es wäre der mittlerweile siebte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt.

Bereits vor dem GDL-Streik im November hatte die Bahn versucht, die Arbeitnehmerseite zu einer Schlichtung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zu bewegen. Die GDL hatte dies damals aber abgelehnt.

Leidtragend sind am Ende die Gäste

Nachdem der Beamtenbund (dbb) am Freitag eine Schlichtung ins Spiel gebracht hatte, attackierte er den Verhandlungsführer der Bahn, Werner Bayreuther, scharf und schrieb dem Unternehmen in einer Mitteilung die Verantwortung für Eskalation und Streiks zu. "Ich kann die Arbeitgeber der Deutschen Bahn nur nochmals auffordern, endlich konstruktiv und ergebnisorientiert mit der GDL zu verhandeln", sagte demnach der dbb-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt.

Die Bahn wies die Kritik zurück. Es handele sich dabei um ein reines Ablenkungsmanöver, das in unangemessener Weise auf Personen ziele, sagte eine Sprecherin. Die Bahn wolle endlich in der Sache vorankommen und weitere Streiks vermeiden.

"Hinhaltetaktik und Geiselnahme der Verbraucher" warf der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der GDL laut "Bild"-Zeitung vor. Die Informationspolitik von Gewerkschaftschef Weselsky sei schwer erträglich. "Unzählige Menschen sind auf die Bahn privat und beruflich angewiesen. Die brauchen unverzüglich Klarheit", forderte Müller.

yps/DPA / DPA