Bankenkrise Schwaben übernehmen SachsenLB


Die angeschlagene Landesbank Sachsen wird an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft. Der Kaufpreis liegt bei rund 300 Millionen Euro. Grund für die Probleme der SachenLB ist die Krise am US-Hypothekenmarkt.

Die angeschlagene Landesbank Sachsen soll noch am Sonntag an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft werden. Das bestätigte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) in Dresden. Als Untergrenze bekomme Sachsen 300 Millionen Euro. Eine Bewertung der Bank werde es aber erst zum Jahresende geben. Es gebe eine sehr restriktive Rückgabeklausel, weil noch nicht alle Bestände geklärt und damit noch keine abschließende Risikobewertung möglich seien. "Baden-Württemberg springt nicht in ein schwarzes Loch", zeigte sich Milbradt optimistisch. Ein Hauptproblem der Verhandlungen sei nach wie vor, wie mit den Risiken der Sachsen LB umzugehen sei.

Milbradt war zuvor mit den Fraktionschefs von CDU, SPD, Linke, FDP und Grünen zusammengekommen. Anwesend sei auch der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, hieß es. Im Anschluss wollte sich das Kabinett zur zweiten Sondersitzung an diesem Wochenende treffen. Die Landesregierung will sich auf eine Notlage berufen, hieß es in Dresden, um die Bank ohne Zustimmung des Parlaments umgehend veräußern zu können. Die Zustimmung des Landtags soll voraussichtlich in der kommenden Woche nachträglich eingeholt werden.

Die BaFin soll für die Übernahme der Sachsen LB durch eine andere Landesbank ein Ultimatum bis Sonntagabend 24.00 Uhr gestellt haben. Andernfalls drohe eine Abwicklung. Grund für die eilige Suche nach einem neuen Besitzer für die kleinste eigenständige deutsche Landesbank ist ein neues Finanzloch in dreistelliger Millionenhöhe. Die SachsenLB war durch riskante Geschäfte irischer Töchter im Zuge der Hypothekenkrise in den USA in finanzielle Bedrängnis geraten.

DPA DPA

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