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Bernard Bernanke: "Gentle Ben" - bitte zur Kasse

US-Präsident George W. Bush fiel er durch seine hellen Socken auf, Fachleute finden ihn langweilig, aber gut. Ab Februar ist Bernard Bernanke Chef der amerikanischen Notenbank - und damit einer der mächtigsten Lenker der Welt.

Die Socken! Der Präsident war entsetzt. Sein Besucher trug beigefarbene Socken zum dunklen Anzug. Im vergangenen Sommer soll George W. Bush seinen Gast persönlich über die Kleider-Etikette im Weißen Haus belehrt haben: Zum dunklen Anzug gehören dunkle Socken. Basta. Schließlich zieht er an seinem Schreibtisch im Oval Office noch nicht mal sein Jackett aus. Hemdsärmeliges sei der Würde des Amtes nicht angemessen.

Der Gescholtene kaufte helle Socken und verteilte sie an Mitarbeiter des Weißen Hauses. Beim nächsten Treffen mit Bush trugen auch sie helle Socken. Das ist die Art von Humor, die gut ankommt bei George W. Bush.

Selbst den Heiratsantrag musste Greenspan dreimal wiederholen

Gut möglich, dass die Strumpf-Affäre die Karriere des Mannes beförderte. Nur wenige Wochen später bot Bush seinem bisherigen obersten Wirtschaftsberater Bernard S. Bernanke, 52, den Vorsitz der US-Zentralbank an. Es war die wohl wichtigste wirtschaftliche Entscheidung des Präsidenten - und eine der wenigen unumstrittenen. In zwei Wochen wird der Wirtschaftsprofessor der Elite-Universität Princeton die Nachfolge von Alan Greenspan, 79, antreten, dem langjährigen Chef der Federal Reserve, dessen eulenhafte Brillengläser ebenso legendär sind wie seine genuschelten Prognosen, die niemand so richtig verstand. Und die auch niemand verstehen sollte. Selbst den Heiratsantrag musste Greenspan dreimal wiederholen, bis seine Zukünftige wusste, um was es ging.

Ab 1. Februar wird Bernard Bernanke einer der mächtigsten Männer der Welt sein, Zins-Jongleur, Dompteur des Kapitalismus. "Ein erfolgreicher Notenbankchef muss zwei Dinge beherrschen", empfiehlt ihm das erzkapitalistische "Wall Street Journal", "er muss wissen, wann er Zinsentscheidungen fällt. Und dabei aussehen, als wüsste er wirklich, was er tut." Seine Prognosen und Entscheidungen können Finanzmärkte erschüttern, Aktienkurse auf Talfahrt schicken, die Weltwirtschaft beeinflussen. Denn das Federal Reserve Board ist das zentrale Steuerungsinstrument der US-Wirtschaft - und die ist nun mal die größte der Welt. Die "Fed" soll für niedrige Inflation, stetiges Wachstum und geringe Arbeitslosigkeit sorgen.

Wie wichtig die US-Notenbank ist, zeigt die "Große Depression" von 1929

Einfluss nehmen die sieben Banker im Direktorium vor allem mit ihren dreimonatlichen Entscheidungen über den Diskontsatz, jenen Zinssatz, zu dem sich Banken kurzfristig Geld bei der Zentralbank leihen.

Wie wichtig die US-Notenbank ist, zeigt die "Große Depression" von 1929: Damals stürzte die Welt erst in eine Banken-, dann in eine Wirtschaftskatastrophe, allen voran die USA und Deutschland. Auch in Amerika hungerten Millionen Menschen, in Deutschland ebnete die Krise Hitlers Weg zur Macht. Eine entscheidende Ursache für das Desaster waren damals falsche Entscheidungen der US-Zentralbank. "So etwas wird nie wieder passieren", sagt Bernanke, der darüber ein Buch geschrieben hat. Seine Großmutter hatte dem Enkel von den Kindern ihrer Heimatstadt erzählt, die barfuß zur Schule gehen mussten. Die Geldpolitik während der Großen Depression sei eine Art "Heiliger Gral" für ihn, sagt er.

Vor fünf Jahren begann er, ein zweites Buch über sein Lieblingsthema zu schreiben. Er schaffte 120 Seiten. 2002 wurde er nach Washington berufen - ins Direktorium der Zentralbank. Im Juni 2005 machte ihn Bush zu seinem ökonomischen Chefberater.

Rundes Gesicht, weißer Akademikerbart, Knubbelnase, "Gentle Ben" nennt man ihn, den "sanften Ben". Als Elfjähriger hatte der Apothekersohn den jährlichen Rechtschreibwettbewerb im Bundesstaat South Carolina gewonnen, nur das deutsche Wort "Edelweiß" buchstabierte er falsch. Über der Lektüre von landesweiten Baseballergebnissen verliebte er sich in Tabellen und Statistiken. Die Aufnahmeprüfung für die Harvard-Universität schaffte er mit 1590 von 1600 Punkten. Er wurde Professor in Stanford und Princeton. Bernard Bernanke ist mit einer Spanischlehrerin verheiratet, er hat zwei Kinder. "Als Leiter der Wirtschaftsfakultät in Princeton hatte ich maßgebliche politische Entscheidungen zu fällen", witzelte er, "etwa, ob bei der Kaffeerunde Bagels oder Donuts gereicht wurden."

Bernanke gilt als unprätentiös, als Teamarbeiter. "Er muss nicht zeigen, dass er schlauer ist als andere", sagt einer seiner Kollegen. Die schärfste Kritik? "Er ist wohl ein bisschen langweilig", heißt es. Und damit ist er so ganz anders als Alan Greenspan, der wechselweise als "Maestro", "Rockstar" oder "Papst der Finanzwelt" firmierte. Einer, der sich bei seinen Entscheidungen gern auf seine Intuition verließ. Einer, der es schaffte, im selben Satz von "günstigen Aussichten" und "unsicherer Lage" zu sprechen. Die meisten Amerikaner vergöttern ihn - denn in seiner Amtszeit waren die Zinsen niedrig wie nie. Und irgendwie glauben sie, er könne die Zukunft lesen. "Dabei hinterlässt er einen wahnwitzigen Immobilienmarkt, verschuldete Konsumenten und eine geplatzte Aktienblase", wundert sich ein Kommentator des Wirtschaftsmagazins "Forbes".

Ein ganzes Land lebt und kauft auf Pump

Zwar wächst die US-Wirtschaft weiterhin um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr - davon können die Europäer nur träumen. Die Arbeitslosigkeit liegt mit 4,9 Prozent so niedrig wie nie. Doch die imposanten Zahlen, mit denen auch Präsident Bush gern jongliert, gründen sich vor allem auf den Immobilienboom der vergangenen Jahre. Der Häusermarkt hat sich zu einer neuen, gigantischen Blase entwickelt. Jeder zweite neue Job entstand in der Baubranche. Die Hauspreise stiegen allein in den vergangenen zwölf Monaten um 21 Prozent. In einigen Städten vervielfachten sie sich innerhalb weniger Jahre.

Durch den Wertzuwachs ihrer Häuser fühlen sich viele Amerikaner reicher, als sie sind. Sie haben für Hunderte Milliarden Dollar Hypotheken aufgenommen. Sie sparen gerade ein Prozent ihres verfügbaren Monatseinkommens - die Europäer hingegen zehnmal so viel. Ein ganzes Land lebt und kauft auf Pump. Platzt die Immobilienblase, droht eine Rezession. "Die Zentralbank muss endlich den Geldautomaten schließen, den man Immobilienmarkt nennt", mahnt der Investmentbanker Tad Rivelle.

Ausgerechnet Präsident Bush, der mit dem Kampf gegen "fette Staatshaushalte" Wahlkampf machte, verschwendet Steuergelder, dass es kracht. Unter seinem Vorgänger Bill Clinton war der Haushalt zwei Jahre lang schuldenfrei. Dann kamen der "Krieg gegen den Terror", der Irak-Krieg, Abermilliarden für den "Heimatschutz", dazu die Wiederaufbauprogramme nach dem Hurrikan "Katrina". Heute sind die USA mit mehr als 8000 Milliarden Dollar verschuldet.

Bernanke weiß, dass nicht alle seine Kollegen seinen Vorstellungen folgen

Auch aufgrund der gestiegenen Energiepreise ist die Inflationsrate mit 4,3 Prozent so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr - obwohl die Zentralbank bereits 13-mal in Folge die Zinsen erhöht hat. Doch Bernanke will mehr: Anders als Greenspan möchte er die Zentralbank offenbar auf ein "Inflationsziel" verpflichten, wie in einigen europäischen Ländern üblich. Damit würde die US-Notenbank für einen Zeitraum von zwei Jahren festlegen, wie hoch die Inflation sein soll. Ihre Zinsentscheidungen sollten sich an diesem Ziel orientieren. Als vernünftig bezeichnet Bernanke eine "Kerninflation" von ein bis zwei Prozent. Dies werde Vertrauen bei Konsumenten und Investoren schaffen und Wachstum fördern. "Die Menschen sollen sich Gedanken über ihre Geschäfte oder über Innovationen machen, nicht über den Wert ihres Geldes", sagt er.

Bernanke weiß, dass nicht alle seine Kollegen seinen Vorstellungen folgen. Sie wollen - wie Greenspan - weiterhin flexibel auf Krisen reagieren können, etwa auf steigende Ölpreise. Denn anders als die Europäische Zentralbank soll die Fed auch den Arbeitsmarkt beeinflussen - und trotz Inflationsrisiko mit niedrigen Zinsen die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen.

Mit einem strategischen Vorstoß scheiterte der "sanfte Ben" bereits: "Mein Vorschlag, dass die Mitglieder des Direktoriums in Hawaiihemd und Bermudashorts zur Arbeit kommen können, stieß bislang auf wenig Begeisterung."

Katja Gloger / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(