Börse Citigroup puscht Dax und Dow Jones


Nach fünf Quartalen mit Verlusten in Milliardenhöhe verzeichnet die Großbank Citigroup wieder Gewinne. Die gute Nachricht sorgte an den Börsen für ein Kursfeuerwerk. Nicht nur der Dax machte einen kräftigen Satz - der Dow Jones verzeichnete sogar sein größtes Jahresplus.

Positive Nachrichten von der Großbank Citigroup haben den US-Börsen am Dienstag kräftige Gewinne beschert. Das von der Finanzkrise schwer gebeutelte Geldhaus schreibt nach der Rettung durch die Regierung nach eigenen Angaben wieder Gewinne. Die Nachricht beflügelte die gesamte Finanzbranche. Auch Aussagen von einflussreichen Politikern und Notenbankchef Ben Bernanke sorgten für gute Stimmung. Händler hoffen auf neue unternehmensfreundliche Regelungen bei Leerverkäufen und Bilanzierungsvorschriften.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 5,8 Prozent im Plus bei 6926 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 6,4 Prozent auf 719 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 7,1 Prozent und ging mit 1358 Punkten aus dem Handel. Auch in Frankfurt sorgte ein Kursfeuerwerk bei den Finanzwerten für gute Stimmung. Der Leitindex Dax sprang 5,3 Prozent nach oben auf 3886 Punkte.

Hauptgrund für die Kursrallye war ein Brief von Citigroup-Chef Vikram Pandit, demzufolge die einst weltgrößte Bank im Januar und Februar schwarze Zahlen geschrieben hat. Auch interne "Stress-Tests" mit sehr pessimistischen Annahmen hätten ergeben, dass die Citigroup über genügend Kapital verfüge, hieß es in einem internen Schreiben von Pandit, das Reuters vorlag. Die Aktie von Citigroup schoss daraufhin rund 37 Prozent auf 1,44 Dollar in die Höhe. In der vergangenen Woche war das Dividendenpapier erstmals unter einen Dollar gefallen.

"Der Markt interpretiert Citigroup als positive Nachricht. Das ist wie eine kleine Pause in der negativen Rhetorik, die bisher aus Washington kam", sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt von Avalon Partners. Die ganze Branche atme nach den Aussagens Padits durch, erklärte Händler Michael James. So kletterten im Schlepptau von Citi die Papiere von Bank of America um rund 25 Prozent, die von JPMorgan um 18 Prozent und die von Wells Fargo um rund 15 Prozent. Auch die zuletzt arg gebeutelten Papiere von General Electric schossen 20 Prozent nach oben.

Nach Äußerungen von Barney Frank, dem Vorsitzenden des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses, soll bald eine Regelung ("uptick rule") wieder eingeführt werden, durch die das Wetten auf fallende Kurse durch Leerverkäufe eingeschränkt wird. "Das wäre eine weitere sehr gute Nachricht für Finanzbranche", erklärte James.

Geithner: USA haben mehr getan als andere Staaten

Positiv nahm der Markt auch Forderungen von Fed-Chef Bernanke nach "Verbesserungen" bei den Bilanzierungsregeln auf. Die Markt-zu-Markt-Bewertung, nach der Unternehmen Anteile zum aktuellen Marktpreis in der Bilanz führen müssen, hat viele Banken zu milliardenschweren Abschreibungen gezwungen. Er wolle die Markt-zu-Markt-Bewertung nicht abschaffen, sagte Bernanke, aber einige schwache Punkte überarbeiten.

Unterstützung erhielt die Wall Street darüber hinaus von Äußerungen des US-Finanzministers Timothy Geithner. Er hatte am Montag nach einem Treffen mit Abgeordneten der Demokraten in Washington gesagt, die USA hätten in Wochen mehr getan als andere Staaten in Jahren, um die Wirtschaftsprobleme anzugehen.

Von dem positiven Trend profitierte auch der Technologie-Index Nasdaq, der am Montag auf den tiefsten Stand seit über sechs Jahren gefallen war. Die Papiere des iPhone-Herstellers Apple- legten 6,5 Prozent zu, die Aktien des Mischkonzerns United Technologies gewannen rund acht Prozent. Der weltgrößte Hersteller von Fahrstühlen und Klimageräten hatte seine Gewinnerwartung für 2009 heruntergeschraubt und den Abbau von 12.000 Stellen angekündigt.

Reuters Reuters

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