Börse Frankfurt Kredit-Angst zieht Dax nach unten


Die Immobilienkrise in den USA und die Folgen für den Bankensektor haben den Aktienmarkt in Frankfurt belastet. Der Deutsche Aktienindex ging erneut schwächer in den Handel. Die Aktien der Hypo Real Estate erholten sich leicht von ihren Verlusten.

Der Dax hat am Mittwoch mit Abschlägen eröffnet. Der Leitindex verlor in den ersten Handelsminuten mehr als ein Prozent und notierte unter 7500 Punkten. Schon am Dienstag hatte der Dax rund zwei Prozent verloren.

Die Vorgaben der Börsen in USA und Fernost waren schlecht. Ein unerwarteter Rückgang im US-Einzelhandelsgeschäft hat die Ängste vor einer drohenden Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft verstärkt und die US-Börsen am Dienstag einbrechen lassen. Die drei führenden Indizes verloren jeweils mehr als zwei Prozent. Die unter der Kreditkrise leidende Großbank Citigroup zog mit einem Milliardenverlust den Finanzsektor nach unten.

Den Abwärtstrend verstärkten auch Boeing-Titel, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, der Bau des 787-Dreamliners verzögere sich womöglich weiter. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,17 Prozent tiefer bei 12.501 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,49 Prozent auf 1380 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 2,45 Prozent auf 2417 Punkte.

Auch der Nikkei gab nach

Die Börsen in Fernost folgten im frühen Handel den negativen Vorgaben der Wall Street. In Tokio verlor der Nikkei-Index der 225 führenden Werte im Vormittagsgeschäft 0,9 Prozent auf 13.841 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,3 Prozent auf 1333 Zähler nach.

Vor allem Finanzwerte gehörten zu den Verlierern. So verbilligten sich die Aktien der zweitgrößten japanischen Bank Mizuho Financial um 2,8 Prozent. Zudem litten Exportwerte unter einem Anstieg des Yen, der zum Dollar zeitweise auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren kletterte. Die Papiere des Autobauers Toyota verloren 2,4 Prozent, die des Elektronikkonzerns Sony 3,7 Prozent. Auch die Börsen in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur, Australien und Shanghai verzeichneten deutliche Kursverluste.

Vorstand von Hypo Real Estate stoppt freien Fall

In Deutschland starteten die Aktien des Dax-Konzerns Hypo Real Estate nach dem Kurssturz vom Dienstag zunächst vier Prozent höher, bröckelten aber schnell auf ein Plus von rund zwei Prozent ab. "Die Leute steigen wieder ein nach dem sensationell großen Abschlag am Vortag", sagte ein Händler. Zur Beruhigung habe auch beigetragen, dass der Vorstand am Vorabend Aktien gekauft habe. Der Immobilienfinanzierer hatte mit dem Eingeständnis von Belastungen aus der Hypothekenkrise die Anleger schockiert. Die Aktie war um mehr als 30 Prozent eingebrochen und hatte andere Bankenwerte mit in die Tiefe gerissen.

Für Aufregung sorgte Deutschlands größter Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister. Nach Firmenangaben hat es eine Razzia der Staatsanwaltschaft gegeben. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat nach eigener Auskunft Ermittlungen gegen den Vorstandschef aufgenommen, unter anderem wegen Untreue und Bestechung. Die Papiere des MDax-Unternehmens brachen zur Eröffnung um 25 Prozent auf 9,84 Euro ein.

Reuters Reuters

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