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Reaktion der Börsen: Gipfelergebnisse treiben Dax nach oben

Die Märkte reagieren erleichtert auf die Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs beim Eurogipfel: Der Dax klettert nach oben. Auch die Zinssätze für die Staatsanleihen der Schuldenländer gehen zurück.

Die Signale vom EU-Gipfel haben dem Dax und dem Euro am Freitag kräftigen Rückenwind verliehen. Der deutsche Leitindex kletterte in den ersten Handelsminuten um 2,54 Prozent auf 6306 Punkte, während der Euro von den Aussagen aus Brüssel mit einem Anstieg von eineinhalb Cent profitierte. Der MDax sprang um 2,22 Prozent auf 10 162 Punkte hoch und der TecDax gewann 1,55 Prozent auf 737 Punkte. Hinzu kommt als Stütze ein Schlussspurt an der Wall Street, der gemeinsam mit Kursgewinnen in Asien auch für gute Vorgaben aus Übersee sorgte.

Gleich mehrere Aussagen in Brüssel verursachten die Entspannung an den Märkten: Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone haben sich darauf geeinigt, den großen Krisenländern Spanien und Italien unter die Arme zu greifen. Geplant ist offensichtlich, dass beide Länder auch ohne konkrete Auflagen Geld aus den Rettungsfonds EFSF und ESM erhalten können. Außerdem sollen künftig nicht nur Staaten, sondern auch Banken direkt auf die Rettungsfonds zugreifen dürfen, sobald eine gemeinsame Bankenaufsicht installiert ist.

Finanzwerte profitierten mit deutlichen Kursgewinnen davon: Titel der Deutschen Bank kletterten um 4,50 Prozent. Deutsche Börse lagen nach einer Hochstufung von JPMorgan mit mehr als fünf Prozent Plus an der Dax-Spitze. Adidas büßten nach enttäuschenden Nike-Zahlen 1,12 Prozent ein und waren so der einzige Verlierer.

Gute Nachrichten für die Schuldenstaaten

Auch die Staatsanleihen der angeschlagenen Euroländer Spanien und Italien haben mit einem massiven Rückgang der Zinssätze auf die Beschlüsse reagiert. In Madrid sank die Rendite für richtungsweisende Anleihen mit der Laufzeit von zehn Jahren im Vormittagshandel um 0,54 Prozentpunkte auf 6,31 Prozent. Am Vortag stand der Zinssatz zeitweise knapp unter der Marke von sieben Prozent und damit auf einem Niveau, das die Staatsfinanzierung auf lange Sicht kaum mehr möglich macht.

Eine starke Entspannung der Lage zeigte sich auch bei den Staatspapieren in Italien. Hier sank die Rendite der zehnjährigen Anleihen am Morgen deutlich unter die Marke von sechs Prozent und damit auf ein etwas gemäßigteres Niveau. Zuletzt gab der Zinssatz um 0,42 Punkte auf 5,74 Prozent nach.

jar/DPA / DPA