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Bonuszahlungen: Deutsch-Banker kassieren kräftig ab

Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, hat gut lachen: Die Gewinne steigen, das Investmentbanking floriert wieder - Zeit, auch die Mitarbeiter entsprechend zu belohnen.

Die Deutsche Bank greift wieder deutlich tiefer in den Bonustopf. Steigende Gewinne führen zu höheren leistungsabhängigen Vergütungen, und so stieg der Personalaufwand der größten deutschen Bank im dritten Quartal um 47 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. In den ersten neun Monaten des Jahres war der Personalaufwand der Deutschen Bank damit mit fast neun Milliarden Euro beinahe so hoch wie im gesamten Jahr 2008 (9,6 Milliarden Euro), obwohl die Mitarbeiterzahl Ende September mit 78.530 um drei Prozent geringer war als vor Jahresfrist. Das anziehende lukrative Geschäft mit Kapitalemissionen und die geringere Konkurrenz lassen die Gewinne im Investmentbanking weltweit sprudeln. Im Vergleich zu einem großen US-Wettbewerber fallen die Boni bei der Deutschen Bank aber geradezu mager aus. Goldman Sachs hat für die Leistungszulagen für dieses Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar zurückgelegt.

Deutsche Bank trennt sich komplett von Daimler

Der deutsche Platzhirsch fuhr im Investmentbanking im dritten Quartal fast einen Milliardengewinn ein. Vor allem der Kapitalhunger von Staaten und Firmen führte in dem Kerngeschäft zu einem Vorsteuerergebnis von 988 Millionen Euro nach einem Verlust von 789 Millionen Euro vor einem Jahr. Wie das größte deutsche Geldhaus am Donnerstag mitteilte, waren die Erträge im Handelsgeschäft mit 4,4 Milliarden Euro sogar so hoch wie noch nie in einem dritten Quartal. Das Institut bestätigte zudem die in der vergangenen Woche bekanntgegebenen Konzernergebnisse von 1,4 Milliarden nach Steuern und 1,3 Milliarden Euro vor Steuern.

Geld spülte der Bank auch der Verkauf von Daimler-Aktien in die Kasse. Das Institut verkaufte seine restlichen Anteile an dem Stuttgarter Autobauer im dritten Quartal komplett, was ihm einen Sondergewinn von 110 Millionen Euro bescherte. Die Deutsche Bank hatte die Beteiligung an Daimler in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert, zum Ende des zweiten Quartals hielt sie noch 0,9 Prozent. Aktienbeteiligungen an der Allianz und an Linde hatte die Bank bereits vor längerem abgestoßen. Die Kapitalverbindung von Deutscher Bank und Daimler war einer der wichtigsten Bausteine der sogenannten Deutschland AG. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper war lange auch Aufsichtsratsvorsitzender von DaimlerChrysler. Die engen Verflechtungen zwischen deutschen Banken und Großunternehmen haben sich in den vergangenen zehn Jahren weitgehend aufgelöst.

Reuters / Reuters
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