HOME

Gewinn der Deutschen Bank geht zurück: Massiver Stellenabbau beim Investmentbanking

Die EU-Schuldenkrise drückt den Gewinn der Deutschen Bank massiv nach unten. Trotzdem wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Bis zum nächsten Frühjahr sollen jetzt massiv Stellen im Investmentbereich gestrichen werden.

Die Aktien der Deutschen Bank haben am Dienstag mit einem lebhaften Auf und Ab auf die Vorlage der Quartalszahlen reagiert. Die Papiere des deutschen Branchenprimus pendelten nach der Eröffnung zwischen einem Prozent im Minus und Plus hin und her. Am Vormittag notierten sie dann 0,6 Prozent fester bei 28,65 Euro. "Alles in allem waren die Q3-Ergebnisse nicht so schlecht wie man hätte befürchten können", schrieb LBBW-Analyst Olaf Kayser in einem Kommentar. Die Schwäche im Investmentbanking habe das Finanzinstitut durch gute Ergebnisse in anderen Sparten ausgleichen können.

Die Deutsche Bank fuhr im dritten Quartal nur noch einen Bruchteil des Gewinns der beiden ersten Quartale ein - der Vorsteuergewinn von 942 Millionen Euro fiel aber höher aus als von Analysten erwartet. Aus Sicht der DZ Bank ist der wesentliche Grund für die übertroffenen Schätzungen allerdings in den Bewertungsgewinnen eigener Verbindlichkeiten zu suchen.

Massiver Stellenabbau im Investmentbereich

Beim Sorgenkind der Deutschen Bank, dem Investmentbanking, soll bis Frühjahr 2012 jeder Zehnte seinen Arbeitsplatz verlieren. Im Vergleich zum Höchststand von rund 15.800 Bankern vor einem Jahr werde die Zahl der Stellen in der Sparte CIB um rund zehn Prozent auf gut 14.000 sinken, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank bei der Veröffentlichung des Quartalsberichts. Ende September waren es noch 15.300. Die Bank hatte vor drei Wochen die Streichung von weiteren 500 Stellen im Investmentbanking bis Ende März 2012 angekündigt. Das ist möglicherweise noch nicht das Ende: "Wir passen die Plattform an und werden das auch weiterhin tun, wenn sich am Umfeld nichts ändert", sagte Finanzvorstand Stefan Krause.

Die Euro-Schuldenkrise hat das Investmentbanking der Deutschen Bank - wie bei den meisten Instituten weltweit - im Sommer massiv getroffen, Besserung ist nicht in Sicht. Vor Steuern blieb in der Sparte CB&S gerade noch ein Gewinn von 70 Millionen Euro übrig. In früheren Zeiten trug das Kapitalmarktgeschäft zwei Drittel zum Gewinn des Konzerns bei.

ono/Reuters / Reuters